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Streben nach Wahrheit, als zur Wahrheit selbst bestimmt zn sein,seine Wissenschaften gleichen dem Nürnberger Grillcnspicl; wenn maneinmal dessen Gang und Inhalt kennt, unterhält es nur wenig, undüber die Bestimmung des Menschen läßt sich, trotz Spalding, leiderwenig Bestimmtes sagen. Die Idee von dem steten Fortschreiten derMenschheit scheint mehr eine poetische Idee Herders zu sein, wichtigergemacht durch Kants ewigen Frieden, wo der große Denker außerseiner Sphäre hcrumirrt. Rousseau beweist, daß Alles gut war, Her-der und Kant, daß Alles noch jetzt gut ist; finstere Theologen undMystiker sehen nur den Verfall in's Schlimmere; es kann nicht mehrärger werden, der Teufel ist los, und der jüngste Tag vor der Thüre;ich finde Alles erträglich und hoffe das Beste. Jcnachdcm das Buchder Natur von uns ausgelegt wird, dem entsprechend find unsereBegriffe, unsere Gefühle, Leiden und Freuden, unser Anschauen desGrößten und Kleinsten:
Lst dsnv, nou xotuit äicers, äixit: erit! '
Man beruhige sich einstweilen im Jmpcrfektum, obgleich diePhilologen sogar ein Plusquamperfektum haben. Geschäftige Thor-heit ist der Charakter unserer Gattung, mit einem Wort Abdcritismus;wir wälzen wie Sisyphus ewig den Stein, und sind bloß beständigin Unbeständigkeit.
Die Geschichte lehrt ewiges Fallen und Steigen seit Jahrtausen-den, bei Nationen wie bei Einzelnen. Jndicr, Acgyptcr, Griechenund Römer bildeten; Perser, Tartarcn und Gothcn, Pfaffen undRitter traten dazwischen und machten Trümmer: es stehen jetzt Mo-scheen, wo die Lyceen und Akademien dcs.Plato und Aristoteles standen,das Kreuz und der Halbmond verjagten den Vogel der Minerva, undda, wo Spartaner wandelten, krabbeln jetzt Eidechsen. Wir bautenauf die Trümmer, aber hat nicht schon der Teufel wieder Unkrautgesäet? — Wenn der Zimmcrmann dem Gevatter Barbier ruft: „MeinWeizen blüht," da er das Dorf im Brand erblickt, und darüber einenSprung macht und das Bein bricht, so ruft der Herr Gevatter: „Undmeiner ist zeitig." Auf Rohhcit folgt Verfeinerung, dann Ucberfeine-rung und Verschlechterung, und dann geht es wieder von vorne an.Wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten, und die Frage wird nicht soleicht beantwortet: Ist rohe Thicrhcit oder verfeinerte Schurkerei das
> Daß die Gegenwart gut, vermocht' er nimmer zu sagen.
Drum verkündet er jetzt uns doch die Zukunft als gut.