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[Dritter Band. - Vierter Band.]
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die an der Oberfläche des Lebens Hinstreifen und sich in der Vorstellungändern wie die Dioden, weit öfter und leichter Lachen erregen, alsdas Lächerliche der Thorheiten selbst, die der Mehrzahl entweder zuernst sind, oder ihrer Bemerkung ganz entgehen, weil es an Scharf-blick fehlt. Aber gibt es nicht sogar Fehler, die uns den Gegenstandunserer Freundschaft und Liebe nur noch theurer machen, wie Kränk-lichkeit der zärtlichen Mutter ihr Kind, und dem Verliebten einzelneFehler seiner Doris, die er sogar schön zu finden vermag?

Aethiopicr, wenn sie einen Venedigcr Karneval sehen könnten,würden sich halb todt lachen, und die Venedigcr über den Schwarzen,daß er ihren Karneval nicht begreifen kann, aber wer lachte hier mitdem meisten Recht? — Der Schwarze; denn derjenige, der lacht unddoch selbst lächerlich ist, ist doppelt lächerlich. Alle Leidenschaftenblenden den, der sich ihnen ergibt, und machen ihn zum lächerlichenGegenstand für Kaltblütige, aber die entgegengesetzten Tugenden nie.Wir nehmen daher an, daß die wahre Norm des Lächerlichen geradedie objektive sei, und im Grund nur eine Norm, die Norm der Ver-nunft und Natur.

Man kann zwei Hauptmassen des Objektiv-Lächerlichen annehmen,das Moralische, welches in Handlungen, und das Aesthetische, welchesin Vorstellungen und Ausdrücken besteht, wie schon Cicero thut: itemriäioula ant kaoimus, ant äioiiuus, ' und darüber eine dritte Klaffevergißt, die er selbst annahm, Leibcsgebrechcn, satt» bolla matorissall jooanäum. * Das Ideal des Lächerlichen ist vollendet; wenn wires sittlich, intellektuell und ästhetisch betrachtet haben, folgt die weitereEintheilung nach seiner Würde, das Höhere, Edlere, und das Nieder-Komische. Ersteres darf sich nie in Begriffen und Vorstellungen undAusdruck von den Regeln der Vernunft und Sittlichkeit, des Ge-schmackes und der edleren Schreibart entfernen; seine Grenze ist derfreiere Witz, der bloß geistiges Lachen verursacht, Aufgewecktheit undMunterkeit bis zum Drolligen, wo die Grenze des Niedrig-Komischenbeginnt. Je mehr sich der Geschmack verfeinert, desto mehr verliertsich das Wohlgefallen am Niedrigen, und er bleibt stets der Feinheituntergeordnet und interessirt sich nur für Lächerlichkeiten, die über dieGrenzen des Niedrigen Hinausliegen. Das Niedrige, wenn es ihn auchzum Lächeln unwillkürlich reizt, erregt doch im Ganzen Mißvergnügen,weil es entweder mit der bloßen Sinnlichkeit allzusehr zusammenhängt

* Lächerliches thun wir entweder oder sagen wir es. — ? Ein zum Scherzen hin-länglich schöner Stoff.