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daß er in eigener Krankheit nach dem Puls gegriffen, dann ein Gold-stück aus der Tasche genommen und in die andere gesteckt habe. DerKrug geht so lang zn Wasser, bis er bricht, oder voll ist, wie dieMädchen am besten wissen; wer einmal gestohlen hat, stiehlt gernewieder und mehr noch; aus dem Oupo wird der k'ripon,' und geht'sam Ende zum Galgen, so ist einmal gewiß nicht keinmal.
Affekte wirken wie mächtige Gewässer, die >cn Damm durchbrechenund sich dann verlaufen; Leidenschaften aber wie gewaltige Ströme,die sich nur desto tiefer in ihr Bett eingrabcn. Affekte sind Aufbrau-sen der Empfindungen, die offen und ehrlich zu Werke gehen, währendLeidenschaft gerne versteckt und hinterlistig handelt. Der Affekt ist einvorübergehender Fiebcrparoxysmus, die Leidenschaft aber ein kaltesschleichendes Fieber, das den moralischen Tod nach sich zieht. Beidehindern übrigens den ruhigen Gang der Vernunft und fließen inein-ander, daher auch wir sie nicht trennen werden; beide sind krankhafteZustände der Seele, daher wir sie Suchten nennen, was von Siechenhergenommen ist, und haben ihren geregelten Gang, gleich der Natur,und daher ist jede Beobachtung interessant, wenn sie in punoto xunoti"geschieht, was schon selten ist. Das Kapitel Leidenschaft halte ich fürdas interessanteste und allerpraktischste in der ganzen Anthropologie,und ich glaube die Bescheidenheit nicht zu verletzen, wenn ich auchmeine nun folgenden Kapitel der Leidenschaften dafür halte, und wünsche,daß meine Leser mit mir einverstanden sein möchten.
Freude und Schmerz, die beiden Elemente aller Gefühle, gehenleicht über in die Affekte des übertriebenen Selbstgefühles, der Liebeund des Hasses, der Ehre und der Eitelkeit, des Eigennutzes und desGeizes rc., und aus Affekten werden Leidenschaften. Die reinern Ge-fühle der Wahrheit, Schönheit, der Mitfreude und des Mitleids, desMoralischen Gefühls rc. selbst können eine unrichtige Wendung nehmen,wie wir bei gelehrten Streitigkeiten sehen, bei Religionsschwärmern,bei mitleidigen Weibern und bei den sogenannten Wahrheitstölpeln,die mit der Thüre ins Haus fallen und aller Höflichkeit vergessenddeutsche Michel geworden find. Nicht minder oft verirrt sich das Schön-heitsgefühl — Rann aniat rannm ot ranam putat ssss Oianain ^ — undum allcrhäufigsten das rüstigste aller Gefühle, das Gefühl des Lächer-lichen, von der Freude und dem Frohsinn bis zur Ausgelassenheit und
' Der Betrogene. — Der Betrüger. — r Im entscheidenden Augenblick.
» Seine FrSschin liebet der Mrosch und sie scheint ihm Diana
Gleich an Schönheit zu fern.