Band 
[Dritter Band. - Vierter Band.]
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Ach, AllcS, Alles währet,

Wenn's hoch kommt, achtzig Jahr!

Dann legt man sich zu seinen Vatern niederUnd kommt nimmer, nimmer wieder!" *

IX.

Die Selbstsucht,

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Die Selbstliebe, die uns allein angeht, und sich begnügt mit derBefriedigung ihrer Bedürfnisse, ist Natur; sobald sie sich aber mitAndern zu vergleichen beginnt und fragt: „Bin ich nicht bester, vor-nehmer und reicher, klüger und gelehrter?" so spricht die Eigenliebe,die Selbstsucht beginnt, und mit ihr Unzufriedenheit und Leidenschaft.Ihr hohes Fest ist Usto midi," und Viele verdienten bei Gott, daßman ihnen aus die Stirne brennte: vummoäo nobis bsns!° In unsererZeit müßte sich Minerva schämen, mit ihrer Eule auf dem Helme auf-zutreten; unser Vogel ist der Kuckuk, der das Ich, Ich verkündigt, sichnicht bloß deutlich ausspricht, sondern was er spricht auch praktischmacht und seine Eier von andern ausbrüten läßt. Die Art, wie dasIch sich ausspricht, verräth dem feinern Mcnschenbcobachter (was dieIch-Philosophen am wenigsten sind) den Charakter oft bester als allePhysiognomie, womit wir uns lange genug beschäftigt haben. Wie?

* Die Literatur zählt eine Menge Bücher über die Leidenschaften, und die bestenmöchten sein: Maaß. Versuch über die Leidenschaften. Halle. 2 Bde. 1805. 8. und Ebend.Versuch über die Gefühle. Halle 1811. 2 Bde. 8.

i Sein Ich ist ihm der Winkelmesser,Womit er sich und Andre mißt.

«s-em ;ry >vely immer rrues vener.

Sein Ich ihm stets Dealeiter ist;

Sein Ich ist ihm der Mittelpunkt der Welt,Doch Andern er damit entsetzlich lästig fällt.

* Ein Sonntagsname; deutsch: Wohl bekomm eS mir. — ^Wenn cS nur unS gut geht.