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keluden Augen bei einer gelungenen kleinen Prellerei: „Hätte ich nichteinen guten Staatsministcr gegeben?" Es gibt eine reine Ränkesnchtwie reine Lügensucht, welche Freude findet an ihrer Erfindung undUeberlistung, ganz verschieden von eigentlicher Prahlerei, die wirGroßthun nennen, wenn sie sich in Handlungen und Ruhmredigkeit,wenn sie sich im Reden äußert, und diese Thorheiten scheinen mir ingewissen Familien erblicher zu sein als Talente und Tugenden.
Es gibt eine sonderbare Art hochmüthigcn Betragens ohne allenHochmuth, lediglich aus einer gewissen gedankenlosen Gewöhnung angewisse Ehrenbezeigungen entstehend, die nicht immer Zeichen einesSchwachkopfcs ist, sondern nur beweist, daß man nicht mit seinerZeit fortgegangen ist, und in die neue sich nicht zu schicken weiß. Ichwüßte hier komische Auftritte aus der Mediatisirungszcit anzuführen;indessen findet sich diese Lächerlichkeit beim männlichen Geschlechteweniger als beim weiblichen, das gerade am meisten über Stolz undHochmuth klagt, je kränker es selbst in diesem Spitale liegt. DieKunst bildet diese Art Thoren in einem Gewände mit Zungen undLarven, und geht ganz philosophisch zu Werke, was eben nicht immerihre Sache ist, wenn sie den Stolz als Weib mit verbundenen Augendarstellt, dem Hochmuth aber noch Eselsohren gibt und zum Schild-halter einen Puter (äiuäon). Der männliche Stolz sieht sich liebervon einem Donnerkeile niedergeschmettert als von einem Nacht-topfe, lieber von einem Kaiser und Könige als von einem Dorf-junker.
Stolz, Hochmuth, Hoffart, Eitelkeit, Eigensinn, Lügen- undRänkesucht beziehen sich zunächst auf unsere eigene Person; Selbst-sucht aber, die sich in Herrsch-, Ruhm- und Ehrsucht äußert, bezichtsich aus Dritte, wie Liebe, Haß und Neid, und die Habsucht bloßauf Sachen, lauter Auswüchse der erlaubten Selbstliebe. Der Stolzemeidet gerne diejenigen, welche höher stehen; der Eitle drängt sich lie-ber zu ihnen; der wahre Mann von Ehre ist aber um beides, sowieum Ehrenbezeigungen selbst, am wenigsten bekümmert; er fühlet seinenWerth und läßt die Leute reden. Er fragt, wenn ihn jemand interes-sirt: Was ist's für ein Mann? d. h. von welchen Eigenschaften; dieMehrzahl aber: Was ist er? d. h. welchen Titel hat er? wem dienter? Louis XIV. ließ hundert Monumente mit seinem Is Llranck (derGroße) anschmieren, und ist doch nur Louis der Eitle. Friedrichohne alle Monumente ist Friedrich der Große! Am schändlichsten istHerrschsucht, die sich mit freiwilliger Huldigung nicht einmal begnügt,