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[Dritter Band. - Vierter Band.]
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Nase griff, rief entrüstet: „Welche Verinessenhcit!" Was hätte ererst in unsern Zeiten gerufen, die viel weiter griffen?

Samuel salbte David, und so ließ sich denn Carl der Große auchsalben vom Hohenpriester Roms, und alle Könige. Hätten sie voraussehen können, wohin diese Schmiererei führe, bis zu Vergebung ihrerKronen, hätten sie es wohl bleiben lassen. In Zeiten, wo Galileimit der Kerze in der Hand eine Wahrheit abschwören mußte, die jetztjeder Knabe kennt, in Zeiten, wo man vor einem Mufti kniet, derstirnerunzelnd ausruft: „Giaur! glaubst du, daß der große Prophetauf seinem Esel nach dem Monde gereiset ist, und aus einem Steinein lebendiges Kamcel geschaffen hat?" da ist keine Zeit zu lachen,oder mit Buffon zu beweisen, daß die Sache nicht wohl angehe. Car-dinäle und Mönche ahmten nach, und nichts trug mehr zum Sturzder Templer bei als ihr übergroßer Ritterstolz, dem andere geistlicheRitter, die deutschen Brüdcr, nur zu bald nachfolgten, und sich daherauch nicht mehr deutsche Brüdcr, sondern Deutschherren nannten. DerStolz der Cardinälc machte sie allerwärts verhaßt, und zu Versaillesstrich Graf Serrau aus der Liste von 15 den Cardinal Fachiuetti wegund setzte seinen Namen oben an: „Es sind nur 14, denn der NameFachiuetti' gebührt Allen!"

Stolz stürzte die Jesuiten, die mächtigsten aller Mönche, die schonin Wuth gericthen, wenn man sie so nannte, ihre Collegien: Klösterund ihre Rektoren: Aebte oder Prälaten. Nicht ihre Schandmoral,nicht der Bankerott ihres la Balcttc, nicht ihre geilen Böcke, die Ana-krcons und Horatius Oden so plump übersetzten, stürzten sie, sondernihr greller Hochmuth, den die Menschen am schwersten verzeihen, dajeder den seinigen hat. Und solchen geistlichen Hochmuth besaßen auchdie Hosprediger der Protestanten, da sie das Ohr des Fürsten hattenund Heuchelei stets die Tugend der Ehrengeistlichkeit gewesen ist; kraftihres erhabenen Amtes erlaubten sich die Diener des Worts Dinge,die wir jetzt kaum mehr begreifen. Noch in unsern Tagen rumortensie über Berlcgnng der Kirchhöfe außer der Stadt, da die Alten ihreTodten sogar an den Landstraßen begruben mit einem sta viator'(was sie hätten weglassen können); die Kirchcnbcgräbnisse waren ein-träglich, daher ihr Lärmen, und da die Aerzte verlangten, wenn diegeistlichen Herren in Kirchen faulen wollten, so müßten sie zuvor be-weisen, daß sie nicht stinken; sie aber meinten, sie seien ja Gesalbtedes Herrn.

* Grobe Bauern, — * Steh', Wanderer!