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Der wahre, hohe und schöne Geist meine ich, suhlt am ehesten,was er ist, und begreift seine Verwandtschaft mit Andern; der wahregroße Geist ist anspruchslos, eben weil er groß ist; aber die Mehr-zahl der Gelehrten sind keine Geister, sondern nur lebendige Bücher.Der Gelebrten- und Künstlerstolz äußert sich gerade im Mangel desphilosophischen Geistes, Geschmackes und Wclttones. Er legt hohenWerth auf seine fabrizirten Produkte, Geschenke der Großen, Ehren-bezeigungen, Titel und akademische Würden; ob er gleich seine Werkenur Versuche nennt oder ohne Namen herausgibt, so scheiut doch dasehrliche Zon-t g,ol (scheint mir) des bescheidenen Sokrates aus dieserWelt verschwunden. Der heutige Philosoph will entweder alle Weltbelehren, wie die Sophisten und Rhetoren der Alten, oder hält nie-mand seiner Weisheit würdig, wie Brammen und gewisse Professorenund reiche Doktoren, stumm, trocken und ernst wie ihre Bücher.Lächelnd gestehe ich, daß es mir nicht leicht war, in diesem WerkeVieles wegzustreichen, und ganze Zettel aus früherer Zeit, wo ich aufbrittische Preßfreihcit im Vaterlandc rechnete, wie auf gleich wichtigeDinge, die zu Wasser wurden, dem Feuer zu übergeben: xatrino oo-oickors inanus! '
Gott! wie Viele könnten nicht schreiben und drucken lassen, diegerade am fähigsten dazu wären, aber lieber handelnd und praktischdurchs Leben schreiten, die Welt auf Reisen genießen, und in ihrerHcimath Natur, Freunde, Freundinnen und Verwandte im Stillenlieben, Geist und Herz bilden und mit halbem Ekel blättern in denneuesten Produkten, statt auf den wuchernden Feldern der Literaturzu ackern, zu säen, zu jäten und Unkraut zu ernten von Journalen,Recensenten und jüdischen Verlegern. Die Liebe zum litcrarischenRuhm verliert sich, wenn man so über Publikum und seine Urtheilenachdenkt. — Aber es muß ein magischer Reiz in der Druckerschwärzeliegen, vielleicht schon von Dr. Fausts Teufelszeiten her. Vielen,glaube ich, geht es wie mir: lächelnd erinnere ich mich der hohenSatisfaktion, als mein erstes Werk gedruckt erschien: ein Hochzcitge-dichtchen! und so mag mancher Schwachkopf bei Werken, die nichtmehr Werth haben, jubelnd rufen: Hon ornnis inoriar!! I KönigHeinrich VlII. schrieb gegen Luther sein Buch äs VII saor-rmentis 'und holte sich den päpstlichen Titel vokensor üäei, ^ was gleichgültigwäre, wenn nur sein elendes Machwerk manchen Britten, der nichts
,, Vaterland entsanken die Hände. — 2 Ueber die sieben Sakramente. — b Ver-
theidiger des Glanbcns.