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[Dritter Band. - Vierter Band.]
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lassen wir alle diese Schwächen unseres Selbstgefühls; „Vetter," sagtAsmus, „wenn dir ein Mensch vorkommt, der so groß, dick undbreit dasteht, wende dich um und habe Mitleiden;" wir sind alle Erdeund müssen zn Erde werden. Die Welt entstand aus nichts, ist imGrunde auch nicht viel; und wir? —

XV.

Der Baterlandsstolz.

Vaterlandsliebe, woraus Vaterlandsstolz oder Nationalstolz her-vorgeht, hat etwas höchst Natürliches, und wenn wir auch gleichOdyfseus die Welt durchwandert, vieler Menschen und Völker Sittenund Gebräuche kennen gelernt, an Alcinous Hofe geglänzt, Calypsound Circe glücklich entgangen und mit dem göttlichen SanhirtenFreundschaft geschlossen haben, unser Herz weilet doch am liebsten znIthaka, der kleinen Felseninsel, wo Vaterland, Eigenthum, Ver-wandte, Jugendfreunde und wenigstens Rückerinnerungcn froh durch,lebter Kinderjahre unserer harren. Gewinnen wir ja selbst andereOrte lieb, wo wir eine Zeitlang gelebt, und es uns wohl gegangenist, so wie wir umgekehrt Orte hassen und selbst ihren bloßen Namen,wo wir auf verächtliche Menschen oder schlimme Verhältnisse gestoßensind; denn der Mensch ist ein Gcwohnhcitsthier.

Zimmermann schrieb ein eigenes Büchlein über Nationalstolz,das seiner Einsamkeit' nicht gleichkommt und viele Nachlese verstattet.Nationalstolz ist weiter nichts als übertriebener eingebildeter National-Egoismus, der zwar uns lächerlich macht, aber sein Gutes hat, undnicht bloß bei Nationen, sondern selbst in Krähwinkel sich findet, undda natürlich weniger mit Verachtung Anderer verbunden ist, wie beiNationen gegen Nationen. Wir finden ihn selbst in unserer deutschen

> Niemand liebt seil, Vaterland, weil es groß, sondern weil es das scinige ist. —r Semem Buch: Ueber die Einsamkeit.