nicht persönlich kannten, und sie that recht wohl, auf ihr Grab weiternichts setzen zu lassen als: Vixit vürlstina nun. 72. >
Selbst die ungleich größere Beherrscherin Rußlands, Katharina II-,scheiterte an der Weiberklippe; sie gründete den Ruhm der Russen,ohne sich die Große nennen zu lassen, wie Louis XIV., dessen Ruhmdie Franzosen allein machten. Es war Hoston, sich verliebt in sie zustellen, und Mehrere stellten sich nicht vergebens so; sie hörte sichrecht gerne mit Minerva vergleichen, und mau fand Achnlichkeit selbstauf den Münzen mit Mincrvaköpfen. Unter allen Throndamen ver-diente Maria Theresia die Palme, durch Schönheit, Großmuth undSorgfalt für ihre Staaten, und war am wenigsten eitel. MariaTheresia wäre in meinen Augen die beste Frau der neueren Geschichte,wenn sie nur ein bischen weniger fromm gewesen wäre; sie steht nebenZcnobia, Semiramis, Cleopatra und andern berühmten Damen derCäsarcn und der alten Geschichte, aber mit weit größeren Tugenden.Selbst Zcnobia bethörte noch am Ende die Weiblichkeit, sie wollteunter den Ruinen ihres Palmyra begraben sein, ließ sich aber vonAnrelian verleiten, nachdem sie seinen Triumph geziert hatte, einLandgütchen zu Tibur von ihm anzunehmen.
Washington, der als Präsident des Congresses stets einfach undprunklos erschien, die Straßen zu Fuß durchwandelte, und nur beiEröffnung der Verhandlungen dem Anstand ein Opfer brachte, hatteseine liebe Noth mit Frau und Nichten über diese seine Einfachheit,wie Viele, die keine Washington sind. Beinahe unglaublich und gräß-lich ist die Eitelkeit einer Gräfin Nadasti (1604), die durch Waschenmit junger Mädchen Blut ihre veralteten Reize wieder zu verjüngenglaubte, und in ihrem Keller mehrere Dienstmädchen durch langsameNadelstiche mordete. Ihr Verschwinden machte zuletzt aufmerksam,man überfiel sie und fand das Gerücht bestätigt. Gegen 400 Mädchensoll das weibliche Ungeheuer gemordet haben, das mit ewiger Ge-fangenschaft abkam; gemeine Mithelfer aber wurden hingerichtet. EinePariserin, schon 84 Sommer alt, ließ sich noch eine Warze auf derOberlippe schneiden auf Leben und Tod, und selbst in Pompeji sehenwir die noch weit älteren weiblichen Gerippe geschmückt mit denschönsten Spangen, um sich noch der entferntesten Nachwelt von dervortheilhaftestcn Seite zu zeigen.
Harmloser ist die Eitelkeit oder vielmehr das point ä'üoniionrder Südseeinsel-Bcwohncrinncn, die es für eine Unehre halten, noch
> Cbristma lebte 72 Jahre.