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[Dritter Band. - Vierter Band.]
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nicht die Eitelkeit der Gelehrten das Privilegium äs neu appsllanäo ^gleichsam in Beschlag? Die Eitelkeit der Kleinen spricht immer nurvon sich, die der Großen spricht gar nichts von sich, und wenn letz-teres edler sein mag, so sagt es doch oft weiter nichts als: „Es ver-lohnt sich nicht der Mühe." Die Eitelkeit ist's, die so gerne gutenRath ertheilt und macht, daß jeder, der um Rath gefragt wird, sichgeschmeichelt findet, jeder auch ungefragt Rath (man denke an dieWette des Narren Gonella, der sich krank stellte, und von jedem einRecept bekam) ertheilt, und daß überhaupt mit Rathen aller Art, wiedas Sprüchwort sagt, in Deutschland Säue gemästet werden könnten.

Recht kluge Männer bilden sich oft weit mehr darauf ein, wennsie gut tanzen, reiten, fechten, gut gekleidet und frisirt sind, gut Fran-zösisch oder Englisch sprechen, schön schreiben rc., als auf ihre solidereEigenschaften, die weniger ins Auge fallen. Eitle halten sich für ihrLeben gerne zu Höhcrn, sind stolz darauf, wenn ein solcher einmal beiihnen speist:

Cecil wird bei den Große» klein,

Um bei den Kleinen groß zu sein.

Der Mann von Geist und Herz steigt aber oft lieber zu den Geringernherab, weil er da noch am ehesten etwas findet für Geist und Herz.Man ist eitel auf Pferde, Hunde, Häuser, Gürten, selbst seine Sprache,auf Weib, Kinder, Verwandte, Landslcnte, selbst auf seinen Wohn-ort und seine Gegend, während Vielgereiste wieder eitel sind auf ge-wisse Städte, wo sie lange waren, und die ihrige heruntersetzen.Selbst Krankheiten werden zu Eitelkeiten, das air langnissant ^ gibtDamen besondere Reize, und Gelehrte sind nicht selten eitel auf ihreKränklichkeit. „Ich bin zu viel gesessen, habe zu lange in die Nachtstudirt, den Geist zuviel angestrengt auf dem Pfade zur Unsterblich-keit." 8isxplii saxuin voivnntl

Reiche Handelsherren gleichen oft dem Banquier Bernard zu Pa-ris, der dem Finanzmiuister ein Anlehen verweigerte; dieser lud ihnnach Marly; nach der Tafel stieß er im Garten auf den König selbst,der mit ihm sprach und befahl, ihm Alles zu zeigen; entzückt rief derBanquier: „(jnanä je äevrais tont peräre, tonte ma lortnns ost anKon roi!«* So rief Madame Sevignö, als Ludwig XIV. einenMenuet mit ihr abgeschritten hatte: „Xotrs roi ost io plus granä

i Das Privilegium, daß man nicht weiter appellircn darf. — 2 Schmachtende Miene,s Sw wälzen den Stein des Sisyphus. — * Sollt' ich auch Alles verlieren, so ge-hört doch mein Vermögen dem guten Könige.