Band 
[Dritter Band. - Vierter Band.]
Seite
217
JPEG-Download
 

L17

XIX.

Die Fortsetzung.

Ehrgeiz hat auch seine guten Seiten: Ehrgeiz brachte den TräumerJoseph, den die Bruder anfeindete», weil seine Garbe sich aufrichtete,die der Bruder aber sich neigten vor seiner Garbe im Traume, andie Seite der Pharaonen zum Wohl von ganz Acgppten. Israel hattediesen Sohn allen seinen Kindern vorgezogen, darum, daß er ihn erstim Alter erzeugte; und hat auch nicht Unrecht gehabt, wie andereVater mit ihrem jüngsten Söhnchcn. Ehrgeiz machte den FranziskanerFelix, der einst vor einer Garküche Roms lauge überlegte, ob er vonseinem erbettelten Gelde ein Mittagessen oder ein Paar Schuhe sichkaufen sollte, aus einem Schweinehirten zum ersten Seelenhirten, zumPapst Sixtus V-, talentvoller, mächtiger und größer als alle Päpste,Hildcbrand nicht ausgenommen. Kaum hatte der ehrgeizige Fuchs dieHälfte der Stimmen, als sein 15 Jabre unterdrückter Ehrgeiz, dersich hinter Schwachheiten des Körpers und Geistes versteckt hatte, sodaß man ihn nur den Esel von Ancona nannte, komisch hervorbrach.Der bisher immer schwindsüchtig hüstelnde, mit Krücken gebückt nm-bcrschscichcude Greis von 61 Jahren warf die Krücken mitten in denSaal, stand kerzengerade vor den Cardinälcn: „Bisher suchte ich ge-bückt die Schlüssel des Himmelreichs, jetzt habe ich sie gefunden," warfeinen Speichel von sich wie ein Jüngling und intvnirtc daS l'o veumso mächtig, daß die Wände zitterten!

Die Lorbeeren des Miltiades ließen Thcmistokles nicht schlafenznm Wohl Griechenlands, und seitdem wurde der Ehrtricb stets alsTriebfeder bei der Erziehung gebraucht, so bedenklich auch Nachcifcriings-sncht geschienen hat, nicht ganz mit Unrecht. Die französischen Grena-diere wehten zu Straßburg ihre Säbel an dem Grabe des ölarvaüalcko 8axe, und so Napoleon seinen Geist an den Trauerspielen Vol-tairc's und Corucillc's, wie schon mancher junge Gelehrte den seinigcnan Plutarchs Leben und andern Biographien, oder an manchem Buche,das ihm der Zufall in die Hände spielte. In den Jahren der Kraftmag das Genie das Glück herausfordern; in spätern Jahren thut manbesser, sich mit Chaulicu zu trösten: