Band 
[Dritter Band. - Vierter Band.]
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Dichter wäre kein Nachruhm der Helden, ohne Homer kein Achilleus,uud man frage eiumal die Bauern nach Alexander und Cäsar, nachCarl XII. und Eugen; sie kennen den Namen nicht, aber alle kennenSalomo und Sirach, vr. Faust und den Eulenspiegel. Von Monar-chen pflegt das Volk nur die zu kennen, die von Wirthsschildcu herab-sehen, und Wirthsschildc dauern oft länger als Monumente. Diesestatnas xensiles sind geachteter, als die vgnsstres uud psckostrvs, lhangen unter Sonne, Mond und Sternen, goldenen Engeln, Rosenund Lilien, oft aber auch unter wilden Bestien, denn im Pantheon desNachruhms wird es nicht so genau genommen.

Ehrgeiz dringt auf den Flügeln der Phantasie in die Zeiten, Ivowir nicht mehr sind, und spricht aus kostbaren Mausoleen, die höch-stens tausend Jahre dauern und dann sich selbst begraben. Er sprichtzu Menschen, die auf seiner Asche leben ohne alles Interesse, wie ausbloßen Berghügcln und Steinhaufen roher Völker, die ursprünglichden Leichnam nur gegen Raubthiere schützen sollten. Ehrgeiz sprichtselbst aus den schwarzen Kreuzen von Holz in den Torskirchhöfen, dieder Schulmeister mit einem weisen Spruch versehen, nnd der Tischlermit 1823 bekleckst hat, was jedoch der nächste Regen verlöscht. Bild-säulen nnd Tempel verwittern und verschwinden; und wären sie auchvon Dauer, verschaffen sie dem Genuß, der darunter lag? MillionenThoren sind vergessen, die vor Batterien oder vor dem Gestank derNachtlampc an Unsterblichkeit starben. Was wissen wir so eigentlichvon Ur- und Vorwelt, von der Welt vor Alexander? Was wird dieNachwelt von uns wissen, wenn Schiffe über unsere Felder gehen,und unsere stolzen Hauptstädte in Trümmern liegen werden, wieMcmphis, Babylon und Palmyra? Was wird aus der ganzen Welt-geschichte, wenn ein unvorsichtiger Komet gegen unsern Stern anren-nen, oder ein Wanken unseres Luftballons den Ocean überstürzen, wieschon geschehen, nnd Europa zur Atlantis machen sollte? Aber, wieviel Gutes und wie viele Thaten unterblieben ohne die Täuschung desNachruhms? Was sollte aus uns werden, wenn wir Alle bloß unsereAugen verdrehen wollten nach dem Jenseits wie die Stillen im Lande?Wäre es nicht möglich, daß wir von Jenseits herabblicktcn auf unsernNachruhm, und Hiiumclssrcudcn fühlten, wie bei unsern gelungenenSchularbeiten, und einem bens! und optiwe! des Herrn Rektors?

Carl V. und Nelson genossen doch schon bei Leibeslebeu einenTheil ihres Nachruhms zum voraus, wie wir oben sahen; und soi Hängende Statuen. — Statuen zu Roß und zu §uß.