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zu schwach, um selbständig ab- und zuzugeben, und daher sehen wirdiesen Trotz nirgendswo häufiger als bei Weibern, die daher auch großeKinder heißen. Ihre Capricen und Launen sind aber oft wahreHülfstrnppen, die unsere Liebe vermehren, wie sie wohl wissen, aberwohl eben so oft stören, wie Vasthi erfuhr, die nicht vor Ahasveruserscheinen tvollte, daher er die Esther holen ließ. Wir sehen diesenTrotz bei hektischen und hypochondrischen Männern, vorzüglich Gelehrtenund Alten, und er ist eine alltägliche Erscheinung in unserer überfeinenZeit. Würde man das Betragen vieler Kranken gehörig beobachten,so würden viele auf die Todtenliste kommen unter dem Kapitel: „Eigen-sinn und Sclbstknr." Nicht in Abstumpfung, sondern im Eigensinnscheint der Grund zu liegen, daß wir im höheren Alter keine neueFreundschaften mehr schließen mögen; bei Manchen jedoch, die nochrecht gesellig und heiter sind, mehr in bitteren Erfahrungen an Mensch-lein, die sich bloß alte Freunde nannten — 2 ^
Es gibt solche eigensinnige Esel, daß sie das, was jeder Anderenach der ersten Ohrfeige sogleich unterlassen hätte, nicht eher unterlassen,als bis sie ledcrweich und lendenlahm geklopft sind, lieber sterben, alsnachgeben. Despotischer Eigensinn ist eine sehr gemeine Unart großerund kleiner Herren, die aus Mangel an Großmnth und aus verächt-licher Meinung von Geringeren, die in der Regel unverdorbener sind,sowie in Ermanglung eines richtigen Blickes Aenderung ihres Willensfür eine größere Schande halten, als alle Ungerechtigkeiten und Lächer-lichkeiten ihres Eigensinnes. Wuth über Verschiedenheit in Rcligions-meinungcn ist der Eigensinn der Schwärmer und Mystiker, und Nei-gung zum Widerspruch der Eigensinn der Weiber; Selbstständigkcit undCharakter ist in den Augen des flachen Weltlings auch Eigensinn,vorzüglich in denen der Damen, die den Begriff der Galanterie biszu reiner Willenlosigkeit ausdehnen; Eigensinn handelt aber nie nachfesten Maximen, sondern ist blinde Rechthaberei oder üble Laune.Oxenstierna behauptet, der Eigensinn sei eine Eigenschaft der Thiere,der Kinder, Weiber und Narren, und daher will ich dem geschätztenManne gerade männliche Muster des Eigensinnes vorstellen, und oben-an steht in meinen Augen Carl XII-
Papst Gregor XII. oder Hildcbrand wäre zwar kein übler Re-präsentant dieser Untugend, dieser schlaue, eigensinnige Kirchen-Na-poleon, den weder die der Ehrengeistlichkeit zunächst vorgeschriebenechristliche Demuth, noch die Mathilde sanfter machen konnte, und dessent O Freunde, niemand ist ein Freund I