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[Dritter Band. - Vierter Band.]
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wirklich, was man versprochen oder gesagt hat, daher haben sie anch sehrabgenommen; ich habe aber in Franklins Werken obiges Gcschichtchenmit rother Dinte zweimal unterstrichen, da nichts weiter zu thunübrig ist.

Nicht alle Lügner sind auf dem Lügenfclde zu erwischen; man istlange belogen, ehe man sie näher kennen lernt; indessen haben dochdie meisten phpsiognomische Zeichen, und ich will deren sechs znr Be-förderung der Menschenkenntnis; angeben, die ich von meinen Freundenund Bekannten abstrahirt habe, die nichts weniger als schlechte Män-ner, nicht einmal Lügenfrennde, aber alle Acsthetikcr sind. Der ersteblinzelt, sowie er anfängt zu idealisiren; der zweite sieht aufwärts,wenn man ihm fest ins Gesicht sieht; der dritte unterwärts; der viertearbeitet an Halsbinde und Nockanfschlag, als ob ihn etwas genirte;der fünfte hustet und der sechste hat nie mehr an seiner Tabakspfeifezu doktern, als wenn er gerade so recht oiim üuinino orationis > ,„ZWeite schifft. Was der Mann des Schicksals Wohl für ein Zeichenhatte? Ich habe das Meiste über ihn gelesen, aber vergebens nachdiesem Zeichen gefahndet.

Unser Wort soll feststehen wie die Berge Gottes, nicht sowohlum Anderer als um unserer selbst und des Charakters willen, gerechtum Anderer, wahr um unsertwillen; dann erst kann man sagen: „dasist ein Mann." Das Wort Lüge kommt wahrscheinlich vom Liegeneines Sklaven, der weder Geist noch Leib aufrichten darf; unsere Ger-manen ließen Keinen zum Turnier, der als Lügner verschrieen war;der größte Turniercr meiner Zeit hätte nicht in die Schranken ein-reiten dürfen, und offenbar ist der Egoismus und die leichtsinnigereMoral meiner Zeit Schuld an größerer Lügensucht. Wenn ich nichtüberzeugt wäre, daß es doch wenig helfen würde, wollte ich auf Ein-führung der alten römischen stixntativnes" antragen, da man sich aufein bloßes Wort: ein Mann, ein Mann, durchaus nicht mehr ver-lassen darf; doch wenigstens aufmerksamer könnten sie machen, eheman leichtsinnig sein Wort gibt: Lxonäos? sponäoo; xroniittis? pro-nritto; äabis? äabo; taoies? kaoio; ^ — Viel Glück!

Der einzige Trost ist, daß Lügen Vielen Brod geben und Niemandgezwungen ist, sie zu glauben; sie gewähren Unterhaltung, decken mancheBlößen der Mcnschennatnr und sind doch immer erfreuliche Zeichen,

' Mit dem Fluß der Rede. — r Die römischen Rechtsformeln bei Coutracten.—» Gelobst du? Ich gelobe. — Versprichst du? Ich verspreche. — Wirft du geben? Ichwerde geben. — Wirst du thun? Ich werde thun.