Band 
[Dritter Band. - Vierter Band.]
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Nach den Gelehrten und Mißlingen zeichnen sich Friseurs undBarbiere, Anden nnd Neger ans. Holbcrgs Ooost ^Vestgünlo,-, derBarbier aller Barbiere, welcher mit den Nasenlöchern gesprochen hätte,wenn man ihm das Manl verstopft hätte, hatte drei Topiken ' vonGesprächen, womit er alle Welt halbtodt schwadronirte: den verfolgtenBischof Arins, von dem die ketzerischen Arianer stammen, die Kreis-grafen und Pfalzfürsten Deutschlands, und dann vor Allem seine Reisevon Hadcrslebcn nach Kiel. Diese Wcstphaler sind noch heute dasEcho aller Stadtklatschcrcien, wie schon im alten Rom, und daherthut Jeder wohl, sich selbst dem leichten Handwerke zu widmen. Vielenaber ist damit gedient, und so gelten ihnen Friseurs oder Barbiersso viel, als den Großen die Kammerdiener. Ich hatte einst einenFriseur, der übrigens gerne schwatzte, und doch war er ein gewaltigerStotterer, was mich gerade amnsirtc; in späterer Zeit hätte er sichvielleicht von der Rckrntenaushebnng frei machen können, wie jenerBrilte: „Ich stottere, Herr Hanptmann!" — „Macht nichts, Du sollstschlagen, nicht plaudern." — „Aber kann der Feind, wenn ich Schild-wache stehe, nicht anrücken, ehe ich das WWWer da? herausbringe?"

— „Ich stelle dich neben einen Andern, nnd du darfst bloß schießen."

— „Aber kann ich nich! znsammcngehaucn werden, ehe ich Pa-Pa-Pa-Pardon herausbringe?" Der Hanptmann ließ den Hasen laufen.

Es gibt Erzähler von Profession, nicht bloß im Oriente, die Jedenfesthalten nnd ihm dasselbe Stückchen vorspielen wie eine Glockennhr,das sie schon Hunderten vorgespielt haben. Gewöhnlich verkündigensie sich durch irgend ein Zeichen, ehe sie anheben, durch Husten,Ränspern, Schnäuzen, Zurechtsetzen rc., so daß man noch zu rechterZeit entwischen kann. So warnt die Uhr, ehe sie schlägt, und derHahn bewegt seine Flügel, bevor er kräht. Je niedrigern Standesdiese Erzähler sind, desto umständlicher Pflegen ihre Erzählungen aus-zufallen; eine alte Dienstmagd, die mich von Zeit zu Zeit besucht, hatmich schon oft in der Geduld geübt, die ich ihr indessen wegen wesent-licher Dienste schuldig zu sein glaube; so oft sie auch beisetzt: „Kurz,nur noch ein paar Worte! ich bin fertig," sängt sie immer wieder vonvorne an. Zu solchen Erzählern dürfen wir in unserer schreibscligenZeit leider noch viele gedruckte Erzählungen setzen, vorzüglich Reise-beschreibungen, namentlich wenn der Reisende lieber das Böse alsdas Gute hervorhebt, weil sich über ersteres mehr sagen läßt, nnd esüberhaupt leider Menschennatur ist, darauf lieber, als aus das Gute* Gemeinplätze.