Band 
[Dritter Band. - Vierter Band.]
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r Gellert war arm und, da sich seine Umstände besserten, dennochsparsam, um wohlthätig sein zn können; der arme Mann in seinenFabeln, der das Rhinoceros sehen will, einen halben Gülden zu sichsteckt, aber diesen hingibt, als er sieht, daß ein Armer von einemReichen gröblich abgewiesen worden, war Gellert selbst. Der Wclt-ling begreift solche Dinge nicht, und noch weniger eine sogar edle Artdes Geizes, Zeitgeiz, den schon als Knabe Franklin hatte, und da erdas Tischgebet sprechen mußte, wo gesalzenes Fleisch immer die Hanpt-schüssel war, so sagte er einst seinem Vater vor einer Flcischtonne:„Aber Vater, wäre es nicht eine große Zeitersparnis;, wenn wir ein-für allemal vor der Tonne beteten?"

Der Geizige wird den Haushältcr für einen Verschwender haltenund der Verschwender den Haushältcr für einen Geizhals, und dieWahrheit liegt in der Mitte. Es gibt eine lächerliche Sparsamkeit,die man zunächst an Weibern und alten Männern bemerkt; sie beauf-tragen gerne Reisende mit kleinen Einkäufen, was oft mehr Mühemacht als der Mühe werth ist; sie gehen selbst auf den Jahrmarkt,und vergessen darüber alle Nebenkosten und Beschwerden. Ein alterOheim sandte seinem Neffen einen Brief mit einem Nagel, mit derBitte, einen Kessel zu kaufen, hier sei der Nagel, woran er ihn imPostwagen aufhängen könne, so brauche er keinen Nagel zu kaufen,derselbe bekomme keine Beulen und der Fuhrmann könne auch keineFracht berechnen. Und Vespasian? Er hielt die Urinsteucr, die Titnstadelte, ihm unter die Nase: „Riecht sie übel?"

Geld reimt auf Welt; man darf unsere ganze StaatswirthschaftGcldwirthschaft nennen, mit der es nur dann gut steht, wenn Geld-einnahme und Geldausgabe im Gleichgewichte stehen. Geld regiertdie Welt, und Smith's Lehrsatz, daß Arbeit der allgemeine und letzteMaßstab aller Dinge sei, hält nicht Stich. Geld! Geld! daher fieles auch vor Adam Smith Niemand ein, Nationalreichthum von Staats-odcr Regicrungsrcichthum zu trennen, ja gar manche Maßregeln liefendarauf hinaus, den Nationalreichthum zu schwächen, um den der Re-gierung zu vermehren. Geld ist einmal da, folglich jener Reim ver-nünftig, und da Geld oft noch das einzige Mittel ist, sich Respekt znverschaffen, vorzüglich im Alter, so ist einige Liebe znm Geld höchstverzeihlich. Wie übel ginge es Manchen, wenn sie nichts ins Testa-ment zu setzen hätten — ihr Palladium; und wenn man etwas hat,braucht man auch seine Freunde nicht in Verlegenheit zu setzen oderD«mokrlto<. IV. 19