Kunst, die selten seichten Köpfen, sondern gerade soliden Charakterenverliehen ist, zum Beweise, wie nahe echter Scherz mit Ernst verwandtsei, der nicht nur dem Körper, sondern auch dem freien Blick undUrtheil günstig ist, und neue Schnellkraft dem Geiste gibt. veschersin looo. '
Es gehörte mit zu den Sitten der Alten, zu lernen, wie manscherzen soll. Plutarch's Tischreden, vielleicht das beste Werk des weit-schweifigen Moralisten nach seinen Parallelen, wie Luthers Tischredennach seiner Bibelübersetzung, seine Abhandlung: Welche Scherze sindangenehm oder übel angebracht bei Gastmahlen? — Tenophons Sym-posion, und selbst der erhabene Plato beweisen, welchen Werth die Altenaus Scherze zu legen pflegten. Cicero lachte sehr gerne, und sprichtin seinen sehr ernsten Otlieus * dem Scherze das Wort; er setzt dasWesen des Scherzes in das Salz, das er selbst reichlich besaß, undwarnet mit Recht, auch beim erlaubten Scherze nicht Alles zu sagen,was uns im Augenblick froher Laune und Witzkitzels einfällt. Einegoldene Regel! Noch wichtiger ist wohl, daß unser Salz nicht bittersei, denn wenn auch Gntmüthigkeit hinterher die Seereden mit Fluß-wasser wieder abwaschen will, so ist Versalzen Versalzen.
M. Varro's Werkchen: dlosois guiä vesper ssrus babkat, ^ jsßverloren; wir wissen bloß, daß er die Gästezahl nicht über die Zahlder Musen und nicht unter die der Grazien gesetzt haben wollte.Macrobins lehrt uns dafür Manches, und warnt vor den Soommats.oder dem beißenden Scherz, womit Cicero sich so viele Feinde gemachthabe. Der Scherz war der zweite Genuß bei einem Mahle der Alten,und ihre erste Tischregel: „Es muß Alles unter uns bleiben," (gaaL^V7sg.r-v-r aug.M'nsvl. * Simonides sagte einem maulfaul Dasitzenden:„Bist du ein Thor, so handelst du klug, bist du aber klug, so handelstdu thöricht." Zu einem srohen Mahle gehört, nächst den Hauptsachen,ein runder Tisch, den die Alten nicht kannten, und doch sprachen sievon Oben und Unten wenig. Rund ist die Schönheitslinie, undMunterkeit die Würze des Mahls. Ein alter holländischer Offiziersagte mir bei einem frohen Mahle am Rhein in einem WeinkellerOppenheims (er wußte nichts von dem niederschlagenden Mißgeschick):„Weisheit wohnt nicht unter Weinfässern!"
Scherze haben schon oft Hindernisse bei Geschäften beseitigt, wieSakrales und Cicero wußten, und Scherze haben weit tiefer blicken
t Am rechten Orte thöricht sein. — - Buch über die Pflichten. - - Du weißt nicht,was der späte Abend dringt. — » Ich hasse einen Trinkgenosscn mit gutem Gedächtniß.