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— „Nein, Euer Majestät! denn es sieht geschrieben: Ihr werdet nichtin das Reich Gottes kommen, wenn ihr nicht den letzten Heller be-zahlet, »nd ich schulde vierhundert Thaler." Friedrich zahlte. Einstlegte er der Akademie die Frage vor: „Warum gibt ein mit Cham-pagner gefülltes Glas einen reineren Klang, als ein mit Burgundergefülltes?" Snlzer antwortete: „Die Mitglieder wären bei ihrengeringen Besoldungen außer Stande, so kostbare Versuche anzustellen."
— Auf der Redontc setzte sich ein rother Domino an die Tafel undantwortete auf die Frage: „Wer sind Sie?" stets: „Ich bin mehrals Sie." Der König rief ganz ernst: „Wer ist Er?" — „DerSchützenkönig von Brcslau," und wollte sich entfernen, aber Fritzsprach lachend: „Na, bleib Er, und fresst Er sich erst satt."
Joseph war geistvoll, arbeitsam, mäßig bis auf einen Punkt,der freilich der schwierigste ist, Adel und Geistlichkeit wenig liebendzum Wohl seiner Völker, gährend, wie neuer Wein, der alt trefflichgeworden wäre, trefflicher als der Sicbenziger Fritzens. Joseph'sWitzwort: „Wollte ich immer unter Meinesgleichen sein, mußte ich inder Kapuziuergrnft leben;" seine Antwort an eine adelstolze Dame,die von ihren jungen Herren und gnädigen Fräulein sprach: „Ichhatte auch ein Töchterchen," humauisirte den aufgeblasenen Adel; dieheuchlerischen Proselyten seiner frommen Mutter wurden seltener, alser die Pensionen einzog und einem sagte: „Sie haben so schön ge-handelt, daß nur Gott Sie belohnen kann." Im Herzen dachte er ge-rade wie der Beichtvater seiner Mutter, der zu einem Protestanten voneinem Nenbekehrten sagte: „Sie haben einen Schurken verloren, undwir nun einen weiter."
Joseph handelte in seinem edlen Feuereifer, zumal wo es höherenStänden galt, wie Peter von Portugal in der Sache des Schusters,der einen Bischof mordete, weil dieser seinen Vater hatte mordenlassen, und bloß ein Jahr lang keine Messe lesen durfte; er verur-theilte den Schuster, ein Jahr lang keine Schuhe zu machen. Schade,daß Joseph, noch mehr als Fritz, seinen satirischen Witz so gerne inseine Resolutionen übertrug, und diese sich oft nach einem Einfallrichten mußten; aus den Akten ließen sich noch viele Ana sammeln,wenn der große Kaiser einen Nicvlai und Büsching gehabt hätte.Wenn Friedrich auf die Bittschrift eines Offiziers, der hundert Thalerwegen eines geschossenen Hirsches erlegen mußte, und die Ungnade desKönigs fürchtete, beisetzte: „Hat übrigens nichts zu sagen, um diesenPreis stehen noch mehrere zu Diensten," so setzte Joseph auf die Bitt-