65
aufbewahrt haben und die wir ihnen verdanken. Das Hanptvadcme-cnm der Alten scheint Cicero geliefert zu haben; sein Freigelassener,Tiro, hatte seine Ciceroniana gesammelt, ganz ohne Auswahl, wieQnintilinn sagt; aber hätten wir sie nur noch, sie machten uns viel-leicht mehr Vergnügen, als manche erhaltene wortreiche, aber ideen-arme Oratio ' des witzigen Consuls.
Der Name Ana, den man nicht bloß den Witzworten, sondernauch ernsten Ansichten eines Gelehrten, meist aus seinem persönlichenUnigang geschöpft, anhängte, scheint in Frankreich entstanden, und dieScaligeriana 1666 das erste Buch der Art gewesen zu sein; es folgtendie Perroniana, Scldeniana, Valesiana, Fureteriana, Chevräana, An«cilloniana, und die noch ernstern Hnetiana, Thuana, Sorberiana, Cau-soboniana, Menagiana rc.; es folgten Ana in XII. B. gr. 8. 1791,Paris; jeder berühmte Schriftsteller bekam seine Ana; aus diesenmachte Sir S. Sanveur wieder einen Lsprit ckss Xna on cko tontnn xsn ^ — und es konnte nicht fehlen, daß auch ^siniana folgten.Von 1800—1805 wieder wenigstens fünfzig Ana L zehn Sons, alsworunter sich die Bievrinna, Gasconiana, Polissoniana, Pironiana,Linguetiana rc. auszeichnen, und auch die Arleqniniana — mais
Dlessieurs, vul äs tous eesRe vaut — ^
In England erweckten den Geschmack an Ana die Walpoliana,Swiftinna, Addisoniana, Johnsoniana, Scrapiana rc., die sich zu fran-zösischen Ana wie französische Pfunde zu englischen verhalten, und wir,wir sollten, trotz unserer Almanache und Taschenbücher zurückbleiben?Es flogen also Kotzebneana, Richteriana, Schilleriana, Falkiana,Meisteriana rc. in die Lesewelt; aber lieber Himmel! Vielen hätteman, wie Luther dem Sammler seiner Tischreden, zurufen mögen:„Ihr Esel, müßt Ihr denn allen Dreck auffangen, den ich fallen lasse!"Sie sind nicht viel besser als vioalats (Scherzreden) der italienischenAkademien, nicht besser als die ehemaligen Imnckss oder LIvAeo ^ übereinzelne Gegenstände. Besang nicht schon Virgil den Oulox, Ovidden kulex, b uird Fronto Mist, Staub und Nachlässigkeit? Also sprachHütten das Lob des Fiebers, Melanchthon das der Ameise, Agrippa
* Rede. — 2 Geist der Ana, oder von Allem etwas.
2 Ihr Herrn, von allen Ana
Ist keins so gut wie Ipecacuanha (ein bekanntes Brcchrmtlel).
4 Lobgedichte. — s Mücke. — Floh.
Demokritos. VII.
5