Jean Jacques'. Und wenn man gar in Epochenzeiten lebt, zur Zeitvon Revolutionen, da tritt das Sprüchwort ein: Ou us oait, ni gul
vit, ni gui inourt. ^
Schwach ist der Urmensch gegen die oft unbegreifliche Natur, wiegegen Thiere und thierarlige Menschen, er ist gerne frei, aber washilft mir ein Recht, das ich nicht geltend machen kann? Er flüchtetalso in Gesellschaft, verzichtend auf einige Naturrechte, um größereVortheile zu erreichen; aber da gibt es Menschen, die sich wieder zuviel herausnehmen, und gegen diese kann nur der Staat sichern, Ge-setze und der Hirt der Gesetze; wahre Freiheit kann in Gesellschaftnur bestehen unter Sanktion des Gesetzes, sowie die Gesellschaft nurunter dem Zwangsgesctz des Staates. Der erste Paragraph des Gescll-schaftsvcrtrags hebt nothwendig die Gleichheit des Natnrstandes auf,von der Philosophen so viel träumten und salbaderten, während jenegeistvolle Dame weit philosophischer den kleinen, schmächtigen d'Alem-bert ganz kurz zurechtwies: „Wünschen Sie ja den Stand der Naturnicht zurück, Sie würden am meisten dabei verlieren." Wenn beieinem Schiffbrnch zwei Menschen ein und dasselbe Brett ergreifen,das nur Einen tragen kann, so muß nicht der Gottlose herunter, wieTheologen sagten, auch nicht der Fromme, weil er ja in den Himmelkommt, sondern allein der Schwächere. Noth hat kein Gebot. Schadenur, daß der Staat neben der Religion, der Tochter der Furcht, neueUebel erzeugt. Millionen Geplagte und einige Dutzend Herrscher —das ist die Geschichte der Menschheit! Daher würde ich mit einemkünftigen Herrscher nicht den Töiemaqne lesen, sondern Mably's:Lntrstisns äs kliooioii snr Is rapport äs In Llorats aveo tu Uolitigas.^
Unsere berühmten Philosophen, deren noch keiner im Stande derNatur gelebt hat, preisen den Stand der Natur hoch, wie z. B. JeanJacques, auch Hobbes, der dafür den Staat zum Leviathan macht,und beim Licht betrachtet, sind ihre Ansichten nichts als Gegeufüßlereiund Unzufriedenheit mit der Gesellschaft. Der rohcste Thiermenschhat Familie, nnd ist vielleicht im Herzen weniger roh, als der hochkulti-virte, großstädtische Gareon. Verzehren nicht seibst Menschenfresser ihrenabscheulichen Braten bei geselligen Mahlen? Schon die Sprache deutetaus Geselligkeit hin, wie der Mangel des Instinkts, die lange Kind-heit und die Bedürfnisse und Leidenschaften des Menschen. Der Menscherscheint nackend, und lebt und stirbt gekleidet, die Kleider geniren,
t Man weiß weder wer lebt, noch wer stirbt. — 2 Unterhaltungen Phocion's überdie Beziehungen der Moral zur Politik.