Band 
[Siebenter Band. - Achter Band.]
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wie uud wo er wollte; wir, die wir zusammen leben und das Goldkennen, sind schon zufrieden, wenn wir nur nicht dulden müssen, wowir nicht wollen. Der Staat verhindert rohe, offene Gewalt, aber dieGewalt der Natur, die Gewalt des Startern über den Schwachem infeinerer Manier, kann er nicht hindern, und so wird jener stets anvoller Naturtafel speisen, während dieser sich mit dem Nachtische be-gnügen muß, und mit den Brocken, die von, Tische des Herrn fallen.Manches freie Volk hält sich schon für frei und glücklich, wenn es auchnur wie der Maikäfer hcrumflattert, da so viele Knaben die Käfer amFaden schwirren lassen; mancher Machthaber, der von Freiheit spricht,gleicht dem mit einer Hahnenfeder geschmückten Teufel, der stets aus-weicht, sobald der Hahn die Morgentrompete anstimmt, und in freischeinenden Staaten ist statt der Sache Wortgeklingcl. Der Philo-soph kommt dahin, wovon der rohe Natnrsohn ausging: nit »ckmirari! ^jedoch mit dem Unterschiede, hier thierische Stupidität, dort Gleichmnth.Jeder trägt in der Gesellschaft zuerst die Schwächen der Menschheit,dann die Schwächen seines werthen Ichs, und endlich noch dieSchwächen seines Standes; ist es ein Wunder, wenn er sich so gernedem Natnrstande nähert? Aber die Menschen sind nur gleich anRechten, aber nicht an Mitteln, d. h. an Stärke, Verstand, Geld und Gut.

Staat und Religion (eigentlich Kirche), welche inhaltsschwerenWorte! Sie wirken mächtig auf die Völker, selbst auf Klima undNatur, und auf die ganze moralische und physische Existenz des Men-schen und Bürgers; beide sind die ersten Stützen der Gesellschaft,aber wie schwer ward es nicht von jeher, solche so gegeneinander zustellen, daß sie sich die Wage hielten und aus Stützen nicht Lastenwurden? daß beide im Zwiespalt nicht die Ruhe, und im Bundenicht die Freiheit störten? Die Erde ist so schön; warum mußtenPriester und Despoten den Einklang des Ganzen stören,? Warummußten jene mit einer Schenkungsurkunde des heiligen Petrus auf-treten , und diese sich wie Peruaner für Söhne der Sonne, und beidesich für überirdische Wesen halten? Gab es nicht weit früher Men-schen als Könige, weit früher Bauern als Edelleute? Freie eherals Leibeigene und Sklaven, und Anbeter des Höchsten ohne allePriester? Die Blattern haben viel Unheil gestiftet, aber jene morali-schen Blattern noch ungleich mehr. Priester wollten ihr Recht vonGott haben, ohne es je zu beweisen, der Adel das seine durch Ver-erbung dessen, was die Erblasser durchs Schwert hatten. Ist Ge-* Ueber nichts erstaunen.