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[Siebenter Band. - Achter Band.]
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Zuvorkommenheit behandeln, so lange man sie nicht reizt; aber eineOhrfeige wird im Natnrrecht ganz anders betrachtet als in der Ge-sellschaft, und im Staate wird die Frage: „Ist Ehre und Leben gleichzu achten?" anders entschieden als im Naturrecht. Hobbes meint,wenn zwei Söhne der Natur sich zum erstenmale begegneten, wurdensie sich balgen; sie würden kalt vorübergehen, meint Rousseau; siewürden sich freundlich zusammenthnn, meint Puffendorf, und das istwohl das Vernünftigste. Gilt nicht im ganzen Thierreich das similissimili gauäet, ^ und sollte der Ur- oder Thiermcnsch wilder als Viehgewesen sein? Limills siwlli gauckst, und sollte sich das von derweiblichen Similis nicht noch mehr verstehen?

Die wahre Menschheit beginnt erst mit zusammengedrängtenMcnschenmassen; zerstreute Massen verlieren alle Thätigkeit, und dieAraber sind noch heute die Araber Abrahams. Nomaden- und Jäger-leben, selbst Landbau zerstreuen die Völker, wie noch heute Asien,Afrika und Amerika lehren. Erst die Künste und der Handel concen-triren zu Staaten, und Städte machen Staaten, wie schon das Wortlehrt, und so auch das griechische 7-6X1; (Stadt), woraus Politik undPolitur hervorgegangen sind. Die natürliche Freiheit, Alles zuthun, was wir wollen, gleicht dem Gcmeinderecht auf weiten, unbe-bauten Feldern; die bürgerliche Freiheit aber, beschrankt durch dasGemeinwohl, ist das umzäunte und angebaute Feld. Die Gesellschaftmacht Eigenthum nothwendig, folglich natürlich, wenn gleich mit der Zeitauch Streit entstehen muß und Ungleichheit, wenn auch noch so gleichgetheilt worden ist. Familien sterben aus, andere mehren sich wie dieKaninchen, das Erbgut wird zerstückelt, es entstehen Reiche und Arme,denn Einige sind fleißig, Andere faul und liederlich, und so entsteht Herrund Knecht, der so viehisch werden kann, daß er seine Seele zu ver-lieren glaubt, wenn er seinen Herrn oder das Haus verliert, wo eroft mehr Prügel als Futter erhalten hat. Kurz, das oft getadelteErbrecht ist ein nothwendiges, natürliches Uebel, ob aber auch derErbadel? tüat is tbo gusstion. ^

Der Mensch ist ein Thier, das Brod liebt und dahin läuft, woes solches findet; würde man ein Land entdecken, wo man Gift ath-mete, aber Gold grübe, die Menschen würden sich da sammeln, selbstwenn die Cholera wüthete. Wenn es je ein goldenes Zeitalter gab,so war es gewiß da, wo die Menschen noch recht weit auseinanderlebten, das Gold gar nicht kannten, und jeder Schäfer dudeln konnte,

> Der Aehnlichc freut sich des Aehnlichen. — 2 Das ist die Frage.