Band 
[Siebenter Band. - Achter Band.]
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VIII.

Die Fortsetzung.

Die Monarchie ist die älteste Regiernngsform; die Idee einesFamilienvaters lag ganz nahe, und einem ausgezeichneten Manne hul-digt schon die Natur. Die wilden Völkerstämme haben weit mehrFehden, als gebildete Völker; in der Natur der Sache lag die Wahleines Oberhauptes, was wir ja selbst bei den Thieren bemerken; derstärkste und muthigste Stier, Hirsch oder Bock steht an der Spitze undleitet die Heerde. Nicht mit Unrecht entgcgnete zwar ein Redner derNationalversammlung einem andern, der dem König sagte: „Sirc, dieFranzosen sind Ihre Familie!" es sei gefährlich, diese alte Idee zuwecken, da die Könige, Bevollmächtigte der Völker, das Volk nichtbloß als Familie, sondern als Familieueigenthum angesehen hätten.St. Just rief gar: On ns xsut rsgusr innoosmmout! ' und hat Un-recht; ein guter König kann nie zu viel Gewalt haben, und ein schlech-ter wird bei allen Einschränkungen leider immer noch zu viel haben,daher es am sichersten ist, immer das „Schlimme im Menschen" zuberücksichtigen. Die Schwäche der Könige ist gefährlicher als ihre zugroße Kraft, die doch Ordnung aufrecht erhält. Ludwig XVI. wärenoch heute König, wäre er mehr König gewesen, und hätte sich mitMirabean durch eine Ministerstelle und mit dem Postmeister Drouetabgefunden durch einen Pistolenschuß.

Louis bezeichnete jedes Jahr seiner Regierung mit einer freiwilligenWohlthat, voll Sinn für Gemeinwohl, mehr noch als Henri IV., aberihm fehlte die Kraft Henri's, ein Regcntencharakter, wie der unseresFriedrichs; schon seine Figur mußte gegen ihn sein, und so wurde ernur erst interessant durch sein Unglück. Er gedachte der Maxime Baco's:„Gedenke, daß du Mensch bist," gar wohl; aber für die zweite: „Ge-denke, daß du an Gottes Statt sitzest," dazu war er zu wenig Gott;und nun erst die außerordentliche Epoche! In gewöhnlichen Zeitenwäre er ein guter König gewesen; Könige stiften schon viel Gutes,wenn sie nur nichts Böses stiften; selbst viele Minister, wie der alters-schwache Fleury; er erhielt Ruhe und Frieden.

Wie viel hätten wir nicht erlebt, vor dem einem Denker graut,

» Man kann nicht regieren, ohne Unrecht zu thun.