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[Siebenter Band. - Achter Band.]
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man lernen, wie man nicht censiren soll, von der britischen aber,wie man Scribler bestraft, die als förmliche Kalnmnianten dastehen.In Wien sind wahre Schlagworte der Censur ^ämittatnr, 1'otsrst.ur,?roöiboatnr;' das erstere erlaubt das Buch zu lesen; das zweite nurerga sobeäaiv 2 den Gelehrten, und das dritte verbietet, es zu lesen.So geschieht es dann, daß Werke, auf die Deutschland stolz sein darf,oft selbst Gelehrten unbekannt bleiben, und der Bibliothekar bei einerNachfrage antwortet: „Dos kenn i Halter niet!"

Gerade Gedanken, die ganze Haufen von Vorurtheilcn umstürzenund wie Blitze in der Finsterniß leuchten würden, sind einem dummenCensor neu, ungewohnt, gefährlich; er streicht, es ist leichter alsdenken, und auf jeden Fall das Sicherste für ihn. Gewöhnliche Ccn-soren gerathen bei einem freisinnigen Buch in die Verlegenheit derHühner, die Enteneier ausgebrütet haben, wenn sie ihre kühnenJungen so vertraut mit dem Wasser umgeben sehen. Dr. Berg zuWürzburg wurde wegen seiner Leichenrede auf den vorletzten Bischofsehr angefochten, und daher ließ er sie drucken; nun war es nochärger; man überreichte die Rede dem neuen Fürstbischof lv. Bnseck),und um ihm die kostbare Zeit zu sparen, machte man Eselsohren andie anstößigen Stellen. Der Fürst gab das Werkchen mit der herr-lichen Resolution zurück: „Ich finde nichts Anstößiges als die Esels-ohren!" Ein gewisser Oberamtmann muß das nicht gewußt haben,der dem Freund eines würdigen Repräsentanten, der sich gewisse best-begründete Rügen erlaubt hatte, beim Besuche des Letzten: sagte:„Was? das war der? — hätte ich das gewußt, zum Hause hätte ichSie hinausgepeitscht!"

Thomasins und Halle übten zuerst Preßfreiheit auf deutschemBoden, und Göttingen, eine halbe Brittin, folgte nach. Friedrich,Joseph, Dänemark und Schweden schützten diese Göttin, aber Frank-reich übertrieb und verfiel in Abgötterei. Nun stehen wir fast wiederda, wo die Alten standen mit exotcrischen und esoterischen Wahrheiten,d. h. bei solchen, die ein Jeder wissen darf, weil eben nicht viel dabeiherauskommt, und bei solchen, von denen die Mehrzahl nicht weiß,daß sie wahr sind. „Daß es ja nicht weiter kommt, Herr Geheimerath!"— „Ich will nichts gesagt haben, Frau Gevatterin!" Jener reicheLandmann schob Alles auf die Preßfreiheit: „In Frankreich hat sieangefangen," sagte er, „und kam von da zu uns, nur in Englandgeht's gut, da ist die verfluchte Freiheit nicht. Habe ich nicht schon1 Erlaubt, tolerirt, verboten. — r Gegen einen Erlaubnißschem.