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[Siebenter Band. - Achter Band.]
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XIII.

Staatsbetrachtungen eines alten Welt- und Mondbürgers.

Die Idee der Sittlichkeit ist die höchste Vermmftidee nach derIdee von einem höchsten Wesen, in der Sprache des Staubes „Gott"genannt; auf ihr ruhen wieder die Ideen von Pflicht und Recht, dasIdeal des innern und äußern Wirkungskreises des Menschen, undvon dem, was wir sollen, und von dem, was wir dürfen. Wirdürfen aber nicht Alles, was wir können, und thun nicht Alles,was wir sollen, und noch schlechter sieht es mit dem Wollen aus;daher tritt die Staatsverbindung in die Mitte, und ruft ihrwohlthätiges Muß, wenn solches vernünftig ist. Aber leider! leider!machten es die, denen der vernunftgemäße Zwang im Staate über-tragen war, nicht besser als andere Menschenkinder, vergaßen, daßRecht und Pflicht oder Moral Hand in Hand gehen, der MenschZweck is^- nicht Mittel, und riefen ihr Muß nicht nach Recht undPflicht, sondern nach ihrer selbsteigenen Willkür.

Traurig ist der Gegensatz der Wirklichkeit gegenüber dem Ideal,hebt aber das Ideal selbst darum nicht auf, und was in der Ideerichtig ist, kommt früh oder spät zur Wirklichkeit, und dies mag unsberuhigen. Und so wie sich Mensch gegen Mensch nach Recht undPflicht verhalten soll, so sollen es auch Völker gegen Völker halten,und so denkt sich die Vernunft die ganze Menschheit im Bunde, worausWeltbürgerrecht hervorgeht. Ist diese Idee richtig, so folgte noch vordem jüngsten Tage der ewige Friede, der in der That auch nichtsweniger als hohle Philosopheuidee ist; aber die Verwirklichung setztein Tribunal bei Staatenstreitigkeiten voraus, wie bei Privatstreitig-keiten—eiuBölkertribunal; aber da dieses aus Menschen bestehen müßte,so stehen die Ochsen abermals am Berge. Begnügen wir unsalso mit dem bestehenden alten Politischen Gleichgewichtssystem, undmit einem recht festen Glauben an eine ewige, zum Ziele führendeWeltordnung, und sprechen wie St. Paulus zu seinen Korinthcrn:„Wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit!"

r Die Nation, das Gesetz, der König.