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Begleiter aber nannte sich nach dem Namen des Herrn Grafen- wir-thend rief dieser: „Aber ich wollte ja incognito sein?" Nun ja' deß-wegen nannte ich Ihren Namen. In großen Staaten hat der Staats-diener bloß sein Amt vor Augen; die Wichtigkeit des Staats gibtauch seiner Person Ansehen, und die Persönlichkeit des Regenten gehtnur Höflinge an; in unseren kleinen Zwitterstaaten mußte man mehrAugen für die Eigenheiten des kleinen Herrchens haben, als für seinAmt, und über diese schwache Amtsgewalt lachte man noch.
Diese Souveräns hatten auch läuten hören von Bevölkerung, alseinem Hauptgesetze des Staats, wußten aber nicht, wo die Glockenhingen. „Je mehr Menschen, desto mehr Hände," ist richtig; aberebenso richtig auch „desto mehr Mäuler," und gerade darum küm-merten sie sich am wenigsten in ihren Schlupfwinkeln ohne allen Han-del, Manufakturen, Absatz, Fluß- oder Landstraßen; das Ländchcnward also übervölkert. Raben brachten nur Brod zu Ellas Zeitenund Manna regnete es nur dem auserwählten Volke Gottes; folglichgab es Theurung, Bettler und Diebe. Am ehesten hätten'Papier-mühlen da gedeihen sollen; aber selbst die Lumpen waren nicht echterArt. Hunger ist der erste Beweger, den weder Galgen noch Bettel-vögte vertreiben, und am schlimmsten waren die Ländchen daran diegemeinschaftlich waren, so übel als der Esel in der Fabel, der'dreiHerren diente, die alle drei Arbeit von ihm verlangten; galt es abersein Futter, so verließ sich einer auf den andern, und das arme Thierzehrte ab und starb.
Manches dieser Ländchen glich einem Wildpark — die Reichshof-rathsprozesse über Wildschaden nahmen kein Ende — andere dieserkleinen Souveräns hatten sich durch ihre Reisen so viele Kunstbedürf-nisse geschaffen, daß sie Mühe hatten, die Naturbedürfnisse zu befrie-digen, und waren sie auf Competenz gesetzt, so war oft der Vierund-zwanziger nicht sicher in der Tasche eines ihrer treugehorsamstensparsamen Diener. Ein solcher Souverän hielt sich für einen Landes-vater, wenn er alle Tauf- und Spitznamen seiner Bauern, und alleihre Pferde und Ochsen kannte, wodurch er sich so beliebt machte, daßsich seine Bauern die Erlaubniß ausbaten, ihren jährlichen berühmtenOchsen- und Pferdemarkt Reichsgrafenmarkt nennen zu dürfen; erhandelte selbst mit Pferden für sein Leben gerne, und als man einstnöthig fand, einem französischen Obergeneral ein Geschenk mit einemPostzug zu machen, hielt er sich durch den Auftrag seiner Diener, diePferde herbeizuschaffen, hoch geehrt, schaffte sie herbei und lachte sich