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[Siebenter Band. - Achter Band.]
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seiner Julie den Philosophen gezeigt, wie man an Gott glaubt, ohneTartuffe zu sein, und in seinem Wolmar den Gläubigen, wie manungläubig und doch der beste, rechtlichste Mann von der Welt seinkann.

Katholiken schimpften die Protestanten Lutheraner, ihre PredigerPrädikanten, und sie nannten jene wieder Paptisten. So nennen dieEpiskopalen Englands die Kirchen der Dissenters nicht obuioües,sondern nur msstiiig-vousss!' aber sie lernten von einander, undseitdem kann Desbarraux seinen Eierkuchen mit Speck an einem Fest-tage ruhiger essen; er warf ihn aber selbst bei einem Donnerwetterzum Fenster hinaus: „Welch ein Lärm um Speckeierkuchen!" Undder Dichter Lomonossow, wenn er wegen seiner Uebersetzung von Fon-tenelle's Welten von der Synode befragt wird: „Wie wißt Ihr, daßes mehrere Welten gibt, da in der Bibel kein Wort davon steht?"kann ohne Gefahr antworten: „Ich schließe aus den Bartläusen EurerHeiligkeit, daß auch die Bärte dieser ehrwürdigen Versammlung Läusehaben, und so schloß ich und Fontenelle von unserer Welt auf andere."Die eigentlichen Ketzer sind bloß die Verketzerer, und die einzigeKetzerei unter Christen die, welche die Liebe vergißt, die Christus em-pfohlen hat, der größte und beste Freidenker unter seinen dummenHebräern.

Es gereicht übrigens dem Protestantismus zur Ehre, daß Prote-stantische Freidenker sich zum Deismus lieber neigten, katholische aberzum Atheismus, wie Franzosen und Italiener. Kurz vor der Revo-lution war es bei der feinern Welt beinahe lächerlich, an Gott zuglauben; l'abbbö rit <li vlsu, gut Is uourrlt; 2 selbst Damen frei-geisterten ä la Voltaire und eine Zofe schwur bei Gott, daß sie eineAtheistin sei. Diderot war weit mehr als Voltaire und Rousseau derMittelpunkt dieser modischen Freigeisterei, und Christus und seineApostel bloße astronomische Sinnbilder, und auch Napoleon gehörtezu dieser Schule. Gottesläugner und Religionsspötter finden sich nurunter Leuten, denen-es wohl und zu wohl ist, und vorzüglich im Zeit-raume des Leichtsinns und Luxus, wo ewige Zerstreuungen nicht er-lauben, das Herz zum Religivnsgefühl zu erheben. Voltaire genießtund spottet; Rousseau darbt, lehrt und hofft. Wir sehen dieselbe Er-scheinung in Griechenland und Rom zur Zeit des Perikles und Au-gustus. Aber Atheismus wird wohl nie ständig werden; unverdorbene

k Kirchen — Bersammlungshäuler. — 2 Der Abt lacht über den Gott, der ihn er-nährt.