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bündncr nahmen noch 1810 den Schwengel aus der Glocke, damit mandas Fest nach dem neuen Kalender nicht anläuten konnte); und dieBerliner sind auf dem rechten Wege, wenn sie dem Protestantismusniehr Feierliches und auch mehr Fröhliches geben wollen, was derKatholicismus offenbar hat. Lichter, Musik, Gemälde, Weihrauch,Maien erfreuen Auge, Ohr und Nase; mir gefallt vorzüglich, wenndem singenden Mund des Priesters der singende Mund der Ge-meinde antwortet, und mit der Musik steht es offenbar besser in katho-lischen als in protestantischen Ländern; aber nur die Klippe bloßenCeremoniendicnstes vermieden, der offenbar den Süden unmoralischerund andenkender machte! Die zweite Klippe ist Mysticismus, der soleicht nicht nur Unduldsamkeit herbeiführt, sondern von Obskurantenbenutzt werden möchte auf eine dem Staate höchst gefährliche Weise,und die dritte Klippe, von der ich jedoch am wenigsten besorge, daßEhrengeistlichkeit wieder mehr von sich halte, als sich zu halten gebührt,und wieder zu tief ins Irdische eingreife. Zum Jubelfest 1817 habeich wenigstens den Kopf geschüttelt, der Religionseinheit war es nichtzuträglich, und gewisse Herren erhoben die Häupter über alles Volkwie Sank, und stolzirten einher wie Aaron.
Ein Britte hat den Katholicismus mit der Komödie, den Prote-stantismus mit der Tragödie verglichen, und hier liegt auch derGrund, warum letzterer im fröhlichen Süden weniger wurzelte; derreligiöse Pomp des ersteren wirkt auf die Phantasie, und die leichtenMittel der Versöhnung machen auch das Herz leichter, daher dieWeiber so viel Hang zum Katholicismus haben; ein schöner Priesterim Goldgewande im heiligen Dunkel, Wohlgeruchswolkcn, Beleuchtungund dann Wallfahrten; am Wallfahrtsorte im dunkeln Haine oderauf lieblichen Höhen steht Cyperns Königin und ihr geliebter Sohnauf gleicher Linie mit der heiligen Jungfrau und dem Jesulein. Ansolchen Orten sind Hund- und Bettelvögte und Wecker weniger nöthigals Keuschhcitswächter. Vielleicht könnte der Weihwedel aus derKirche bleiben, dem ich sein übelriechendes, wenn gleich gesegnetesWasser, das er mir einst über Gesicht und Kleider spritzte, verziehenhabe, denn es brachte zurück von einer verliebten Ekstase. Mit demHochamte dürfen Todtenmessen und Exequieu wetteifern, und dietrockene Messe ohne Kelch auf der See, damit durch die Schiffsbewe-gung nichts verschüttet werde, brauchen wir nicht auf dem Festlands.Und was geht über eine schöne Vokalmusik, vorzüglich über ein un-sichtbares Mädchen- oder Nonneuchor? Ich habe es genossen, und-