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[Siebenter Band. - Achter Band.]
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so heilig, als die Sakristei des Christen, die Moschee des Muselman-nes so heilig, als die Pagode des Jndiers, und wer eine Messe ver-bietet, ist mehr Schwärmer als der, der darin kniet, die Hände faltetund die Brust beklopft — ebnonn L son goüt. ' Diese Meinung magnordamerikanisch heißen, aber sie ist die richtigere.

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Der nordamerikanische Freistaat ist bis jetzt der einzige Staat, woes keine herrschende Religion gibt: Nordamerika blüht, und seine Be-völkerung ist schnell von zwei auf zehn Millionen gestiegen, die sichalle Christen nennen unter verschiedenen Sektennamen, und auch Ju-den, denn wo wären die nicht? Alle aber leben'ruhig neben einander.Ist es Religionsgleichgültigkeit oder Aufklärung? Ist es das Gottwill es des Moslems, das er bis zur Vernachlässigung aller Ver-wahrungsmittel gegen die Pest treibt, oder bestätigen sie das Princip:„Je näher die Religion der Moral rückt, desto mehr verschwindenSekten und Sektengeist" — ? Vernünftige Regierungen benützen dieReligion, wie sie Griechen und Römer benützten; das Esoterische undExoterische hat Sinn; benützt selbst das bigotte Napoli das Blut desheiligen Januars und hätte es nie zur Stadtbeleuchtung mit alltäg-lichen Laternen gebracht, wenn die Laternen nicht zur Ehre der Ma-donna oder eines Lieblingsheiligen über der Hausthüre brennten.

Wenn Nebukadnezar das Religionsedikt erläßt, daß alle Völkervor seinem goldenen Bilde niederfallen, so lächeln wir eher über diesedespotische Willkür, als über den Eigensinn eines Sadrach, Mesachund Abednecho im feurigen Ofen und späterer Glaubensmärtyrer derheiligen Inquisition; jener Jude war klüger, der im Wasser um Hülfeschrie; die Christen versprachen Hülfe, wenn er an Gott Vater, Sohnund Geist glauben wolle, und er rief: „O weih, rettet nur, i glaban de ganz Familje!" Mendelsohn benahm sich gegen seinen schwär-merischen Bekehrer Lavater wie ein Philosoph, aber auch selbst ein ge-meiner Jude nicht minder philosophisch, wenigstens logisch, der einemStadtpfarrer, welcher ihn zum Christen zu machen und der Sacheleichtern Eingang zu schaffen suchte, wenn er ihm sagte:

An Gott den Vater glaubt Ihr schon.

Warum nicht auch an seinen Sohn? —

die Antwort gab:

r Jeder nach seinem Geschmack.

^ In Glaubensformeln lasset doch den Glanbenseifer fechten;

Der lann gewiß nicht Unrecht thun, der streng lebt nach den Rechte».