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[Siebenter Band. - Achter Band.]
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durch das Nichtmodewort Tugendartigkeit, die ihre Force imSchein hat, in der Sache aber sich an die hohe Maxime hält: vummockonobis benc! ^

Mit gar vielen Sitten und Gebräuchen geht es, wie mit demHistörchen vom Elephanten, den einst ein Schneider in den Rüsselstach: das Thier holte sich Wasser und übergoß damit Meister, Ge-sellen und Lade. Als Kinder glaubten wir es, als Jünglinge undMänner bezweifeln wir es, kommen wir aber nach Ostindien, so glaubenwir es wieder. Ob die Sitten unserer Alten reiner waren, läßt sichnicht geradezu behaupten. Zwar bestrafte das allemannische Gesetz diekleinste Unanständigkeit gegen das Geschlecht; die Entblößung des Haup-tes oder das Heben des Rockes bis zu den Knien kostete sechs Solidi,und noch weiter hinauf das Doppelte (die Gesetze der Gentoos sindnoch klarer, daher ich bloß darauf hinweisen darf); zwar schliefen vieleNeuvermählte, »ach Tobiä Vorgang, die drei ersten Nächte nicht bei-sammen und fasteten auch in den heiligen Zeiten und vor und nachder Commnnivn; ja wir wissen von Louis dem Heiligen, daß er nochextra in jeder Woche gewisse Tage hatte und — 8i sx vicinitatsuxoris motus carnis inorckinatos ssntirot, oargsbat äs Iscto, percameram ckeambulans. ^ Eine altdeutsche Fürstin hörte ihre Zofe beider Behauptung, daß die Uepp'gkeit nicht bloß Schuld der Weiber sei,lachend sagen: „De Mannslüde doen och wat!" rief sie ins Kabinetund gab ihr die Ruthe: „Eik will ehr de Kitzel verdriven!" Unddennoch hatte das Mittelalter weit wildere Sitten als wir.

Nie gab es mehr Bordelle, kleine Häuser, Frauenhäuser genannt,wie im Amsterdamer Musico; Hurenkinder und Psaffenkinder warenSynonyma; die liederlichsten Dirnen hießen bloß Frauen, fahrendeWeiber, höchstens thörichte Jungfrauen, und das durch Handel blü-hende Breslau hatte ungemein frühe ein Spital für Angesteckte. EinNürnberger Franenhaus reichte dem Magistrat Beschwerde ein gegeneine Winkelwirthschnft, und es ward den Frauen erlaubt, solche zustürmen. Erst nach der Reformation erbat sich der Senat ein Gut-achten: ob Frauenhäuser zu dulden? Die Geistlichkeit: „Man dürfenichts Böses verstatten, damit Gutes herauskomme." Die Consulenten:„Ehrliche Weiber und Töchter möchten in Gefahr kommen, denn nitjeder könne sich am Himmel halten;" wurden aber überstimmt.

i Wenn es nur uns gut gebt. — 2 Wenn er wegen der Nähe seiner Gattin unge-ordnete Erregungen des Fleisches empfand, erhob er sich vom Bette und ging in derKammer auf und ab.