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dem Hofmeister seiner Prinzen schreibt, daß er sie nach der Stadtbringen, aber wohl zusehen möge, daß ihre Strümpfe gut geflicktwären; oder wenn ein Herzog Sachsens, dem die Landstände seineBitte um eine neue Kleidung zur Vermählungsfeier seiner Prinzenabschlagen, „er könne die alte wenden lassen," unter die Resolutionschreiben muß: „Gott wirds richten;" was sollen wir da sagen? Derarmseligste Schreiber schämte sich, nur zu sprechen vom Flicken undWenden seiner Röcke und Hosen und Strümpfe.
Anna Boleyn, König Heinrichs VIII. Maitreffe, schrieb einerFreundin, daß sie zuvor auf dem Lande ein Pfund Speck und eineKanne Bier zum Frühstück gebraucht habe, am Hofe aber könne siekaum die Hälfte mehr zu sich nehmen; sie komme selten vor zehn Uhrzu Bette und selten vor sechs Uhr heraus, habe drei Hemden und einPaar Schuhe bekommen, die beinahe drei Schilling kosteten. Die Ge-mahlin Carls 'VH- von Frankreich war die einzige am Hofe, die zweiHemden hatte, und zu Jakobs I. Zeiten gingen nur Gräfinnen inHeniden zn Bette. In Deutschland gibt es noch Menschen genug, die,wie in Italien auch, aus Sparsamkeit ohne Hemd sich niederlegen,und da kann es denn geschehen, daß eine Magd, die den Herrn Pfar-rer zu einem Kranken rufen soll, in Eile das Hemd vergißt, Sr.Hochwürden zwar gehörig vorleuchtet, beim Regen aber den Rock überden Kops nimmt und skandalisirt: „Sehen Euer Hochwürden auchwas?" — „O mehr als zu viel!"
In einer altfürsilichen Küchenrechnnng, wo von einem Gericht,mit Citronenscheiben umlegt, die Rede ist, steht von des Fürsteneigener Hand: „Gelberüben thun's auch." Sollte man nicht glauben,unter Hochschotten zu sein, denen schon das liebe Brod Luxusartikelist, wie manchem Aelpler? Hochländer schlafen, in einen Mantel ge-hüllt, trefflich aus dem Schnee, und ein Alter, dessen Enkel sich zumKopfkissen noch einen Schneeball zurecht machte, schimpfte ihn einenWeichling. Herzog Erich von Braunschweig sandte dem zu Wormsso muthigen vr. Luther eine Maß Eindecker Bier, und der Kurfürstvon der Pfalz, der mit dem Eichstädter Bischof in der Karte spielteund auf jede einen Kreuzer setzte, muß sich Solches von Letzterem ver-weisen lassen, „weil man so leicht einen ganzen Gulden verlierenkönne." Als nach Lersners Frankfurter Chronik Peter zum jungenOrten Sohn 1541 nach Erfurt zog, hatte er zum Hofmeister einenv. Lindenberg, und sie verzehrten miteinander im Jahr dreiundzwanzigGulden vier Groschen, und hatte der Hofmeister drei Gulden zum