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[Siebenter Band. - Achter Band.]
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Das armseligste Städtchen hat jetzt sein Casino, wohin selbstKinder kommen, die sonst in der Schule saßen. In langen Winter-abenden besuchten sich gute Freunde auf Bier und Tabak, und dieFrauen mit ihren Spinnrocken auf Obst, Nüsse und Hutzelbrod; aneinem schönen Tage ging man allenfalls einmal auf ein Dörfchen, undwir Kinder trugen Kaffee, Zucker und Wecken nach. Die Kindermußten um 8 Uhr zu Bette sein; am Sonntag ging Alles in die Kircheund mußte schon am Vorabend sich stille verhalten; jetzt aber ist derSonntag der wahre Schwärmtag, dem mehr als ein blauer Montagnachfolgt und Sonntagskleider und Werktagskleider sind einerlei. Knabenund Mädchen wurden in die abgelegten Kleider der Eltern gekleidet, jetztmuß Alles funkelnagelneu sein. Noch führe ich im Hause die Taschen-tücher, die mir meine Mutter mit auf die Schule gab, selbstgemacht,und vertausche sie nicht gegen ostindische, zumal die Mode abgekommenist, die Zipfel aus der Tasche hängen zu lassen. Jener Schuster be-knieriemte seinen Jungen, dem er aus seinen alten, zwanzig Jahregetragenen Hosen neue machen ließ, daß sie in den ersten acht Tagenzerrissen waren, das war ein Extrem der alten Welt I In meinerJugendzeit kannte man kaum silberne Taschenuhren, goldene warenschon Luxus, und Repetiruhren nur in den Taschen des Adels, dieniedern Klassen führten gar keine und hielten sich an die Kirchenuhr;jetzt tragen Knäbchen, die noch kaum lesen und schreiben können, Uhren.Knaben, die seelenfroh waren, wenn ihnen Papa oder Mama einenKreuzer schenkte, betrachten jetzt höhnisch einen Sechser oder Groschen,und Mädchen gehen mit Shawls und seidenen Mänteln in die Schule,die sonst erst der Bräutigam der Braut verehrte. Der Oheim ausjenen Zeiten wollte seinem Niecechen von sechs Jahren aus jetzigerZeit ein Biberröckchen zum Christgeschenk machen lassen von dem näm-lichen Biber, den er selbst trug, die Mama belehrte ihn aber, daßsolches von Merino mit Sammt sein müßte, und so blieb das Mäd-chen ohne Ueberrock.

Der Mägdelohn ist jetzt verdoppelt, und sie kleiden sich, wie sonstFrauen, was nicht anginge, wenn sie nicht nebenher mit einem Kapi-tälchen wucherten, das sie nie verlieren können. Von männlichen Be-dienten wußäe man im Mittelstand noch nichts, so wenig als vonKöchinnen, denn diese machten die Hausfrauen. Jetzt ist auch einmännlicher Bediente nothwendig, dessen Lohn man aber stehen und zuKapital anwachsen läßt, das man nicht bezahlt. Vor einigen Jahrenhabe ich einen solchen Bedienten dadurch von der Verzweiflung ge-