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[Siebenter Band. - Achter Band.]
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Baum nageln, und so lange um den Baum peitschen, bis all seineGedärme aus dem Bauche gewunden ist! Wer Bäume um der Aschewillen abbrennt, dem soll man ein Feuer zu den Füßen machen, bisihm seine Schien von den Füßen und nicht bloß von den Scluhenabgebrannt sind! Und wer den Wald gar ansteckt, den soll man bin-den und ins dickste Feuer werfen dreimalen; kommt er dennoch heraus,so sei der Frevel gebüßet!" — Wie human! Nur Sadrach, Mesachund Abednecho hätten allenfalls von dieser Gnade Gebrauch machenkönnen. Luitprand, der Longvbardenkönig, war doch gnädiger, derbloße Geldstrafen verordnete, selbst wenn man ein freies Weib, diesich zur Nothdurft niedersetzte, gestochen hatte. Unsere deutschen Richtermußten, nach dem alten Kaiserrecht, sitzen auf ihrem Stuhle, wie„griesgrämige Löwen, den rechten Fuß geschlagen über den linken."

Das Aon plus Ultra waren wohl Westphalens heimliche Ge-richte, Vehmgerichte und Freistühle, die nicht erst das Uebersiebenen,oder das „Wo kein Kläger, ist auch kein Richter" abwarteten, sonderneinen, der am bösen Leumund litt, ohne weiteres an den Baumknüpften. Gefürchtet durch ganz Deutschland, citirten sie selbst Fürstenund Grafen vor ihren Stuhl, ja selbst Kaiser Friedrich III. Es bliebnichts übrig, als selbst Freischöffe zu werden, um sicher zu sein; undselbst die Kaiser ließen sich bei ihrer Krönung zu Aachen zu Wissen-den machen. Bessere peinliche Rechtspflege, Landeshoheit und Reichs-gerichte, am Ende die schrecklichen Mißbrauche dieser Vehmgerichteselbst halfen dem Unwesen ab, wovon jedoch noch zu Ende des sech-zehnten Jahrhunderts Spuren sichtlich sind.

Das Symbol der Uebergabe eines Hauses war ein Span ausder Thüre, oder daß man Feuer auf dem Herd anzündete, wie wirnoch heute bei Uebergabe einer Stadt etwa die Schlüssel überreichen;ein Stück Rasen, ein Baumzweig, ein Strohhalm, ein Messer, einHaudwerkschuh, Glockenseil rc. waren solche Symbole, die oft den Ur-kunden selbst beigefügt wurden. Wem wäre die Investitur mit Ringund Stab unbekannt? Wer hätte nicht mit einer Schönen goldeneRinge gewechselt? Der Handschuh war das Symbol der rechtenHand, wie Krone, Scepter und Schwert der weltlichen, und das Kreuzder geistlichen Gewalt. Wer sein gestohlenes Pferd vindicirte, wußtemit dem rechten Fuß treten auf des Pferdes linken Fuß, und mit derlinken Hand greifen an des Pferdes rechtes Ohr und schwören beiden Heiligen und über dem Haupte des Gaules, daß er sein sei. —Noch heute streckt man beim Eidschwur die drei ersten Finger in die