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wir der Symbolik der Alten unsere Ostereier, als Zeichen der Wieder-auflebuug, die Johannisfeier, Kirchweihen, Martinsgans und Christ-geschenke, auch noch hie und da Aprilnarren. Unser Pelzmärtel, derzuerst die Kinder schreckt und dann mit Aepfel und Nüssen wiederversöhnt, gründet sich auf die Legende von St. Nikolaus, der einemfrommen Mann, in Verlegenheit, wie er seine Töchter aussteuere, soviel Geld durchs Fenster zuwirft, daß er sie versorgen kann. Unseresogenannten Klöpslesuächte vor dein Christfeste beruhen auf den Worten :„Siehe, ich stehe vor der Thür und klopfe an," und das Aprilschickengeht auf das Hin- und Hersenden Jesu von Pontius zu Pilatus unddann zu Herodes, und umgekehrt. Der Spaß verliert sich nach undnach; unsere guten, ehrlichen Alten schickten nur zum Spaß einmal inden 1. April, jetzt geschieht es im Ernste das ganze Jahr hindurch.
Uralt ist der Handschlag bei Käufen und andern Verträgen,wie wir schon aus Cornelius lernen, und mit Vergnügen sehe ich nochdie alte Sitte bei unsern Landleuten, „ein Mann, ein Mann, einWort, ein Wort," und dann die derbe, klatschende 8tix>ul«tio in nin-NN3. r Männern, die sich vcn ihren Weibern schlagen ließen, wurdeim Fuldischen von der fürstlichen Livree das Dach recht symbolischabgedeckt; zu Darmstadt aber stand umgekehrt der Frankensteiner Lehn-esel für die schlagfertigen Weiber da; 1588 sah man den letzten Esels-ritt; seitdem sind die Frauen so schlau geworden, daß sie den Mannohne Geräusch moralisch zu schlagen wissen; sie reiten lieber auf demMann, jedoch gibt es auch noch Weinsberger Weiber, die recht gerneihre Männer tragen. Noch in meiner Jugendzeit war es ziemlich all-gemeine Sitte, einen Knopf an das Taschentuch zu nnachen, um sicheiner Sache zu erinnern; die Sitte ist nicht mehr, folglich dürfen wiruns nicht wundern, wenn so viele Versprechungen vergessen werden.
Das Mittelalter hatte sich so ganz in den Teufel d>cs Lehnwesensverliebt, daß Alles einen Lehnsanstrich haben mußte, wie später Bibel-anstrich. Von: Ritter-, Burg-, Hof- und Schulzenlehen stieg manherab zu Küchen-, Gold-, Habicht-, Klepper- und schönen Frauenlehen,und nahm seine Allodien selbst von Gott und der lieben Sonne zu Lehen,wahre Titularlehen; denn der Ritter ritt noch vor Tag ins Freie,begrüßte mit drei Schwertstreichen das ausgehende Gestirn, und sowar der Lehensdienst verrichtet. Man trug Christo und Maria seineGuter zu Lehen, und die Lehensgelder fielen in den Kirchenbeutel.In diesen sonderbaren Zeiten wollten die Großen nur allein von
1 Vertrag durch Handschlag.