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Friedrich hielt den Hut immer neben dem Kopfe, wenn er mitJemand sprechen wollte, höflichst; es blieb immer ein königlicher Ab-stand, und er sagte: „Seid kurz, ich möchte wieder aufsetzen." Fried-rich trug auch nie Sporen; er gehörte natürlich nicht zu den Herren,die gerne damit klirren, auch wenn sie kein Pferd unterm Hinternhaben; er gebrauchte den Stock und hatte stets zugerittene Pferde, dieman an seine Ohrfeigen gewöhnte. Napoleon nahm den Hut liebergar nicht ab, und zu Tilsit ließ er sich merken, daß er milder seinwerde, wenn die schöne Königin Louisc ihm aufwarte, was auch ge-schah. „Haben Sie nichts zu Litten?" fragte der Soldat. — „AlsKönigin nichts, aber als Mutter meines Volkes: Magdeburg." Keineartige Antwort; aber des andern Tages schickte der Glückspilz dieKarte von Schlesien, mit einer goldenen Kette umschlungen, an einemgoldenen Herzen. — Schlesien? konnte er es verschenken? Er nannteden Großherzog von Weimar seiner Gemahlin ins Gesicht msuvaisaaset und ton; > daher einer seiner Generale sie bat, die Franzosenja nicht nach der Rinde zu beurtheilen (I'Leoreo, 1o Verse).
Wer sich nach der Welt richten muß, hat es nicht so gut, wie dieGroßen, wenn er gleich weiß, daß fast Alles Fiktionen sind, wie dieVisitenkarten, die unten abgegeben werden, wenn die Leutchen obenam Fenster liegen, und es auch bei uns nicht gut ist, das evangelische:„Eure Rede sei Ja, Ja! Nein, Nein! was darüber, ist vom Uebel,"zu befolgen, gleich den Britten; selbst der wortreiche Italiener hateine Höflichkeitsformel, um die wir ihn beneiden dürfen, sein ?aärons!Es bleibt nichts übrig, als sich nach der Mode zu richten, und einermeiner jüngern Freunde, der mich kannte und wußte, daß ich gernejovial und offen in Gesellschaft sei, wußte auch, daß, je höflicher ichwäre, für desto unsauberer die Gesellschaft von mir gehalten werde.
Zu viel Höflichkeit wird lästig und erregt sogar Mißtrauen; zuwenig ist noch besser, und in gewissen Augenblicken selbst die Grobheitangenehmer, denn sie ist doch kurz. Stryk, der sich so gerne mit Kante-ten abgab, schrieb daher auch einen lkr. äs oivilitats nooiva, ^ undwarnt seine Juristen, die sich's auch gesagt sein ließen, und die Grob-heit Mancher und ihre bald deutsche, bald lateinische Beredsamkeit imSchimpfen wurde nur von der Klosterobern übertreffen; sie waren mitdem groben Er nicht zufrieden und sprachen mit Es, und am Endehieß es: „Verstanden? hat Er's nun eingenommen, Er Talk, Er?"Sie sind ausgestorben, wie unsere groben, gelehrten Pedanten, denen
t Schlechtes Subjekt, Narr. — ^ Abhandlung über die schädliche Höflichkeit.