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[Siebenter Band. - Achter Band.]
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reißen" — hier riß er einige Haare aus — „ich kann sie zerschnei-den" — hier machte er ein Einschnittchen, doch so, daß sie bei weite-ren Vorlesungen wieder gebraucht werden konnte, — „ja, ich kann sieganz wegwerfen" — hier warf er sie in die Ecke. Ich finde nicht be-merkt, ob sie sein Pudel oder ein ergebener Zuhörer, oder der berühmtegroße Lehrer selbst wieder zu holen pflegte.

Im Mittelalter waren Perrücken nicht Mode; die Männer trugenihr Haar kurz und enge Mützen darauf; aber bei Weibern fand mandesto mehr falsche Haare; und als die Laien bei dem ewigen Hadernder Hochwürdigen die Perrücken ablegten — sie mußten durchausTeufelswerke sein, und wie hätte auch der Prophet Habaknk vomEngel gepackt werden können, wenn er statt eigener Haare ein Per-rückchen gehabt hätte? — erst da verliebten sich die geistlichen Herrenselbst in Perrücken, je viellockiger, desto ehrwürdiger. Am eifrigstenhatte Papst Benedikt XIII. getobt; aber Spener schrieb sein theolo-gisches Bedenken: Ob das Tragen der Perrücken ein Mittelding? undVecchio eine Spottschrift vlorieus äsperruoutus. ' Noch zu Anfangdes vorigen Jahrhunderts behandelte Ehrengeistlichkeit die Sache alsGewissenssache und bestimmte sich für Perrücken, weil sie die Aus-dünstung beförderten und die Gesundheit des Hauptes, ohne welcheein Prediger leicht eine Glocke ohne Klöpfel werden könne. Rechts-gelehrte gaben den Perrücken alle Privilegien des Hutes, und wernur eine hatte, brauchte sie nicht in die Concursmasse zu werfen.Die jüngsten Candidaten eilten, sich zu beperrücken; denn die Bauernhielten den für gar keinen Prediger, der nicht beperrückt war, so wienoch heute viele Gebildete den für keinen tüchtigen Gelehrten halte»,der nicht Professor heißt, und selbst theologische Studenten trugenweiche und schrieben in die Stammbücher:

Als einst von Simsons HaupteEin Weib die Haare raubte,

Da ging die Kraft zu Ende;

Damit nun WeibcrhändeUns nicht auch so bestricken,

So tragen wir Perrücken.

Unsere protestantische Geistlichkeit schien schon darum eigensinnigan Perrücken zu hangen, weil sie dem katholischen Klerus verbo-ten waren, und echte orthodoxe Perrücken waren von ganz schwar-zem Bockshaar. Ich habe selbst noch in Württemberg zwei solche

i Der seiner Perrücke beraubte Geistliche.