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[Siebenter Band. - Achter Band.]
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XU.

Die Sittlichkeit der Satire.

Dieser Satz möchte wohl nicht so allgemein zu nehmen sein, sooft auch die Sittlichkeit der Satire, namentlich von dem finstern JeanJacques, bestritten worden ist; Satire ist so alt, daß sie in unsererNatur begründet scheint. David und Salomo schon satirisiren nichtwenig; das Triumphlied, das Deborah und Barak singen, macht dieMutier des Sissera offenbar lächerlich, Elias und Jcsaias die Baals-pfaffen, und Jesus selbst die Pharisäer und Schriftgelehrten, so gutals Moliöre die Harpaxe und Tartnffe. Die Satire muß bleiben;denn wo es Menschen gibt, wird es stets Thorheiten geben, und Furchtvor dem Znchtmeister Witz vorsichtiger machen da, wo Ehrgefühl ist.Wir bedürfen Alle mehr oder weniger der Seife, und gerade diejeni-gen Stände am meisten, die den Satyr in Ketten und Bauden legenmöchten als Freiheits- und Gleichheitsmann; sie scheuen die Wahrheitund haben sie auch am meisten zu scheuen. Nicht Alle können überVorurtheile, Irrthümer und Thorheiten, die Grundlage schwerer Ge-brechen, philosophiren, aber Alle können lachen, das führt endlich auchzum Ziele.

Plattier behauptete, um die Satire von der moralischen Seite zuretten, daß unser Vergnügen daran lediglich von der Freude herrühreüber die Schwächen, welche Laster und Thorheiten zu begleiten Pflegen,und über den desto leichteren Sieg der Wahrheit, den wir bei derSchwäche erwarten dürfen; aber leider steht es damit wie mit Cali-gula's Wunsch, daß seine Römer nur alle einen Hals haben möchtenfür einen Hieb. Der Gedanke wäre erhaben komisch, wenn ihn einSatiriker dem Tyrannen bloß angedichtet hätte. Man kann zugeben,daß derjenige die Satire nicht leiden mag, der sich getroffen findet;denn sie ist die wahre llslluctio all absurllum; ^ aber auch Andere?Wäre das nicht unzeitiges Mitleid oder kränkelnde Empfindlichkeit?

r Satire wird mit Recht ein schlecht Handwerk genannt.

Das Einige ergötzt, der Andern Zrrn entflammt,r Beweis durch die Darlegung der Abgeschmacktheit.