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entgegengesetzte Richtung, wobei Anstoßende und Angestoßene in derRegel vollkommen zufrieden sind, was ich bei der Satire wünschenmöchte.
Wer Talent und Beruf in sich fühlt, durch geistvolle heitere Dar'stellung des Schlechten Liebe und Achtung für das Gute zu erwecken,thut zwar ein gutes Werk, thäte aber vielleicht besser, es wenigstenszum Opus xostbumum > zu machen. Wen die Ungeduld oder beson-dere Verhältnisse hinreißen, den Einfluß seiner Feder noch mitzuge-nießcn und seinen Ruhm oder gar seine Unsterblichkeit noch selbst zuerleben, dem muß Lebeusruhe als das geringere Gut erscheinen. InDeutschland bessert die Satire ohnehin weniger, als in England undFrankreich, weil wir noch zu sehr an kleinen alten Ideen hangen,keine den Ton angebende Hauptstadt haben und keine Nation sind.Wir sind Provinzialen, hangen noch an den kleinlichen Ideen unsererkleinlichen Vielherrschaften, und ich dankte auf Reisen an lablo ä'bktsoft dem lieben Gott aus echt deutschem Patriotismus, daß die Aus-länder so wenig Deutsch verstehen. Ich kann mich nicht überreden,daß die Ursache der Stummheit des deutschen Satyrs gar in der Mengeunserer Fehler und Thorheiten liege, wo die Pluralität entschiede,und wenn Casus dem Titus zuriefe: „Du sollst nicht stehlen," dieserjenem das Maul stopfte: „Du sollst nicht ehebrechen." Zu Berlinist es eine Art Lobspruch: „Das ist ein feiner, satirischer Kopf!"im Süden und vollends gar in vielen katholischen Winkeln desVaterlandes bedeutet: „Das ist ein Satirikus," fast so viel als:„Das ist ein schlechter Kerl!" Wenn wir auch etwas weiter sind alsvor der Revolution, und etwas mehr Freiheit und Spielraum haben,so wird man es doch keinem Witzkopf, der Ruhe, Freiheit und Brodzu schätzen weiß, oder gar für eine zahlreiche Familie zu sorgen hat,übel nehmen, wenn er spricht:
Gut oder schlecht, Recht oder Unrecht — Narr,
Was kümmert's dich? laß gehn, wie's geht;
Und zäumten sie beim Schwänze ihren Gaul,
Friß deine Knackwurst, Sklav, und halt das ManllO Freund, laß die Satiren,
Kriech lieber auf den VierenUnd lob die ganze Welt!
t Ein nach dem Tode herausgegebenes Werk.