Band 
[Siebenter Band. - Achter Band.]
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warntest, die du doch selbst schriebst — so liebtest du Paradoxen; dusprachst viel von deiner Armuth und hattest 1440 Livres Renten, diemancher Landprediger nicht hat mit Frau und dem ganzen SegenAbrahams in seiner Hütte; du verweigertest zu Paris die kleine Kopf-steuer zu 3—4 Sols, die der Aermste bereitwillig zahlte, und erwi-dertest auf Drohungen: Dir dien! si 1'on s'smpars äs inon lit, s'irnim'asseoir an pieä ä'un aidre, s'x attsuärai In moit. Helvetins hatteRecht, zu sagen: 8i äsau äavgues ätait saint, gus ksrait-il äs plus? ^

Armer Jean Jacques, du warst Märtyrer deines redlichen Eifersfür Wahrheit und Recht und gefielst dir in deinem Mcirtyrerthum;ohne Kraft, dich mit dem Schicksale zu messen, stießest du oft cynischroh jede hülfreichc Hand zurück (Voltaire's Abweisung nahm dir nie-mand übel, und du gabst dafür dein Scherflein zu seiner Statue, wasdir größere Ehre macht, als Voltaire die Weigerung, es anzunehmen).„Mein Herz ist von Natur undankbar," schriebst du Malesherbes, „unddaher fliehe ich Wohlthaten, denn sie fordern Dank und jede Pflichtist mir unerträglich." Das war stark und du konntest dabei scherzen:ä'sus vlis 2 Iss Turas un mauvuis mari ü I'üsurs, oü Is orisurpudlio Iss apxslls a remplir Is äsvoir. ^ Doch du meintest es ehr-lich mit der Wahrheit, trotz deiner boutaäes misantliropss b und Pa-radoxen, Ausgeburten deiner ungeheuren und ungeregelten Phantasie;du meintest es redlich mit der Menschheit, wenn du sie gleich zurThierheit herabsetztest; du sagtest deiner verdorbenen Zeit kühne undneue Wahrheiten, und standest unter den Schriftstellern deines Volkeseinsam als ernster Weiser.

Tief, tief griffen deine Ideen in das Schicksal deiner Nation,als die große Weltbegebenheit unserer Zeit sich entwickelte; so schwär-merisch aber auch dein Oontrat social ^ Vielen scheinen wollte, ja selbstdaran Schuld sein sollte, so war es doch weit mehr die Verdorbenheitdes Hofes, des Adels und der Klerisei; am meisten Nutzen stiftetewohl dein Emil, wenn er gleich zu Paris und Genf verbrannt wurde;aber die Revolution rettete deine Ehre —deine Asche wurde ins Pan-theon gebracht, und es kam das rührende Nachspiel: Ims äsrniersM 0 INSN 8 äs Rousseau, ° bei dessen Aufführung Therese, deine Wittwe

* Wenn man mich meines Bettes beraubt, will ich mich an den Fuß eines Baumes setzenund dort den 2od erwarten. — Ware Jean Jacques ein Heiliger, so könnte er nicht mehrthun. — ^ Ich wäre bei den Türken ein schlechter Ehemann zu der Stunde gewesen, umwelche der Ausrufer sie an die Erfüllung ihrer Pflichten erinnert. — 3 MenschenfeindlicheLaunen. — * Der gesellschaftliche Vertrag, das bekannte Werk über den Staat, welches,auf rein demokratischer Grundlage erbaut, während der Revolution eine größere Wirkungäußerte, als jedes andere Buch der Art. — b Die letzten Augenblicke Rousseau's.