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[Siebenter Band. - Achter Band.]
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Kann eine Hand ohne 'Finger eine Ohrfeige geben? Darf der Vaterden Sohn nach dem zwölften Jahr noch, oder der Mann die Fraubeohrseigen ohne Scheidungsklage? — und bejaht letztere, da das bib-lische ein Fleisch nur figürlich zu nehmen sei. Ob man sich zuMaulschellen contractmäßig verbinden und das alte „auf eine Lügeeine Maulschelle" üben dürfe? Ob man einen Vortanzenden, ein denTanz verweigerndes Mädchen, einen, der beim Trunk nicht Bescheidthun will, beohrseigen dürfe? Ob es endlich erlaubt sei, einem hoch-löblichen Oberamt oder wohllöblicher Stadtschultheißerei, wenn sie zehnThaler Strafe wegen einer Ohrfeige erkannt haben, noch weitere zehnThaler hinzulegen und ihnen selbst eine Ohrfeige zu geben?

Wenn in jenen finstern Zeiten schon ein Kaiser Friedrich II. freidachte über seine Zeit, über ihre Albernheiten kaiserlich erhaben warund nur lachte, so daß ihn Dante als Ketzer in die Hölle setzte wegenseiner Aeußerung: „Gott muß Neapel gar nicht gekannt haben, weiler das elende Palästina zum Erbtheil seines Volkes erwählte," «ndman ihm das räthselhafte Werkchen cko tribns imxostoribus ' zuschrieb;wenn schon König Johann von England von der Klerisei gehaßt wurde,nicht weil er ein schlechter Mensch war, sondern weil er beim Anblickeines schönen selten Hirsches ausrief: „Wie schön und feist und dochuie in der Messe!" so ging der satirische Tanz erst los, als es mitLuther Mode wurde, dem Papst an Ine Dreikrone, den Pfaffen andie Bäuche und den Mönchen an die Bettelsttcke zu greifen.

Luther verfolgte das Wild, das Melanchthon, der Bruder Philipp,der weniger in Mönchsvorurtheilen feststack, aufstörte, wild und mäch-tig, Erasmus lachend und fein, Hütten satirisch beißend; Luther konnteeigentlich nur schimpfen, wie alle Polemiker seiner Zeit; Eck, Emser,Cochläus rc. schimpften wie Rohrsperlinge, und so schimpfte der Cho-leriker wieder, obgleich nicht verkannt werden mag, daß seine kraft-vollen Worte das deutsche Volk begeisterten und seine kleinen Blätt-chen von einer Grenze zur andern flogen, denn nie war noch zudeutschen Ohren so deutsch, so verständlich und wohltönend gesprochenworden; sie gingen zu Herzen. Im Geiste seiner Zeit nannte Lutherohne weiteres die päpstlichen Dekrete und Dekretalen Dreckete, dieBulle in oosua äominl das Abendfressen des Herrn Papstes, unddie Papisten eitel Esel; er wünschte, daß jeder gute Christ das päpst-liche Wappen anspeie und mit Koth bewerfe zur Ehre Gottes; daßl Ueber die drei Betrüger (Moses, Jesus und Mahomed).

Dcmotritos. VIII.

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