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[Siebenter Band. - Achter Band.]
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ernste stoische Seneca diese Satire schreiben konnte, so konnte sie anchder gleich finstere Rousseau übersehen, denn sie ist bitter. Claudia-nns mit seinen Satiren auf Rufinus und Eutropius mag auch nochgezählt werden; vorzüglich aber des Karthagers Apulejus goldnerEsel. Lucians Lucius liegt zwar zu Grunde; aber im ganzen Luciusist doch kein Zug so witzig und satirisch, als der bei Apulejus: diefeine Dame, die sich in den Esel verliebte, begehrt seiner nicht weiter,als sie sieht, daß der Esel als Mensch das nicht mehr hat, was siezunächst an ihn fesselte.

XV.

Die Satire des Mittelalters.

Das Mittelalter zählt eine Menge lateinischer Satiren, die jetztvergessen sind, denn die Psaffen, wie sie in dummer Gefühllosigkeitund vollendeter Unsittlichkeit stolz und heuchlerisch hinter ihren Schmeer-bäuchcn hertrabten, gaben wahrlich Stoff genug; dann kamen die Höfeund Höflinge, die Pedanten und die Weiber an die Reihe; die Spracheist roh und die Satire nicht minder, wie es die Zeit mit sich brachte,wo man, statt unserem „Verzeihen Sie" oder „Erlauben Sie gütigst"einem hinter die Ohren schlug, kraft der altdeutschen Sprüchwörter:„Auf ein st vastera gehört eine Maulschelle," „auf eine Maulschellegehört der Dolch." Freiheit und Grobheit sind überall Geschwister-kinder, und Zoten und Schweinigeleien gelten in ungebildeten Zeitenfür Witz, wie selbst noch Boccaccio, epistotas odsourornm viroruni, *Rabelais und Luther beweisen, der am Ende des Mittelalters nochBeispiel aller Beispiele ist.

Jurist Styck untersuchte noch in seiner viss. äs alaxa, d. h. Un-tersuchung über Ohrfeigen und Maulschellen, nachdem er sie in voll-kommene und unvollkommene, in patschende und nichtpatschende, inernste und scherzhafte, in strafende und lohnende (bei einer Maulsperreoder von schöner vertraulicher Hand) logisch geordnet hat, die Fragen:

i Briefe obscurer Männer. (Die fingirten Briefschreiber dieses einst sehr gelesene»Wertes sind unwissende Mönche.)