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[Siebenter Band. - Achter Band.]
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vigius sind deutsche Satiren. Wir wollen Schummels Spitzbart,Stollbergs Jamben, einige Stücke von Gerstenberg, Göcking, Sturz,Thümmel, Asmus, Blnmauer, Ratschky, Alxinger rc. nennen, undwir haben immer noch keinen klassischen Satiriker sx ^rokesso genannt.

In der milden Manier Rabeners satirisirte zu Wien 1774 bis1813 Joseph Richter, Verfasser der Briefe eines Eipeldauers, wovonüber zweihundert Hefte erschienen sein werden, die in seinen gesam-melten Werken, Lustspielen, Romanen, Gedichten, Satiren (unter wel-chen sein ABCbuch für große Kinder nicht das schlechteste ist) nichtbefindlich sind. Wer Wien und dessen Oertlichkeiten kennt, dem ge-fällt schon der Volksdialckt dieser Briefe, die neben großen Platthei-ten auch viele gute Jovialitäten aufbewahren. Zu Wien lebte auchein lachender Satyr, der, wenn er sich diesem Fache wie der Minera-logie gewidmet hätte, unser Lncian und Swift sein könnte: Born.Seine Monachologie und Xnatomi» monaoüi ^ sind einzig, und soauch die weniger gekannte Ironie, mit der er Pater Hell gegen dieFreimaurerei auftreten ließ, die Schlözer in seine Staatsanzeigen(IX. Bd.) aufnahm, als Produkt des fanatischen Paters Hell. — Ha,von der herrlichen Kaiserstadt, von dem reichen und jovialen Oester-reich erwarte ich noch bei etwas höherer Bildung und größerer Frei-heit den wahren genialen lachenden Satyr Deutschlands!

Noch sind deutsche Satyriker zurück, die zum Theil noch leben:Jean Paul, Tiedge, Tieck, Hang, Weißer, Saphir, Falk, Janus Ere-mit«, Friedrich. Der Danziger Falk ist schon dadurch merkwürdig,daß er als Sohn eines Perrückenmachers, der wieder Perrückenmacherwerden sollte, Alles that, um sich für Wissenschaften zu bilden; wennder Vater glaubte, der Sohn frisire, saß er in einer Leihbibliothek,und wenn er sagte, er sei so lange vom Großvater aufgehalten wor-den, war er selbst im Winter unter einer Straßenlaterne gestandenmit einem Buche. Er erregte Aufmerksamkeit, durfte die Schule be-suchen und die Universität, und kam von da nach Weimar. Wielandführte ihn ins Publikum ein und seine Werkchen: der Mensch unddie Helden; die heiligen Gräber zu Como und die Gebete, die Eitel-keit, Schmauserei, Jeremiade, Mode rc. erregten Erwartungen. Siesind mehr ernst als komisch, aber wahres komisches Talent zeigte erin Scaramntz Reisen, Elektropolis oder die Sonnenstadt, und in derLousiade nach Peter Pindar, ob es gleich schwerer war, ein Peter Pin-dar zu sein, als ein Pindar-Peter. Am meisten behagt er mir int Anatomie des Mönches.