228
dem Beweis einer Propaganda für den Muhamedanismns in Deutsch-land , und alle diese gelungenen Stücke stehen in. seinen bekanntenTaschenbüchern von 1797—1803, denen noch eine Sammlung kleinerSatiren 1804, und 1806—7 die Almanache: Grotesken, Satiren undNaivetäten nachfolgten. Im Ganzen täuschte Falk die großen Erwar-tungen; glücklicherweise hatte ihn sein Großvater, ein Franzose, seineSprache sprechen gelehrt, und so machte er sich 1806 verdient, erhieltGehalt mit dem Titel Legationsrath, und noch verdienter machte ersich 1813 durch Stiftung des Vereins der Freunde in der Noth, derzunächst verlassene Kinder anging, bekam den Falkenordcn und wurdeso vielleicht der verdienteste Falkenritter.
Weißers Satirische Blätter sind eben nicht reich an Salz; mehrenthalten seine prosaische Schriften, die statt zwei sechs Bande machen;desto salzreichcr aber sind die satirischen Blätter des Janus Ercmita(Rebmann) unter dem Titel „satirische Almanache 1798—1800," diedaher auch confiscirt wurden. Die Papiere aus dem Archiv der Hölle;Lebenslauf eines Wiener Schöngeistes; der Prozeß über eine frommeStiftung; der hohe Beruf der Töchter der Freude; die Auction; dasLied des Esthnischen Savoyarden; Themata zu Predigten; die Stand-rede am Grabe des achtzehnten Jahrhunderts, sind echt Swiftisch undverdienen neben des preußischen Justizamtmanns Friedrich Satirengenannt zu werden, der leider seit 1816 verschollen ist; Einige ließenihn nach Amerika ziehen. Andere sich ersäufen in der Elbe. SeineBerliner Vorlesungen erschienen unter dem Titel: „Satirische Feld-züge" (3 Bdchn.) neben seinem satirischen Zeitspiegel (6 Hefte), undwenn ihm auch die lachende Satire weniger hold schien, als JanusEremita, so müssen wir doch sein Schicksal bedauern. l>r. Jassoydarf ich so wenig vergessen, als den mir näher bekannten Hammel-bürger.
Andere Produkte, die mir zu Gesichte gekommen sind, ersehe»jene beiden Männer lange nicht, ob sie gleich vielleicht guten Abganggefunden haben durch verführerische Titel, z. B. schwarze Rettige, ge-baut von meinem Haussatyr; Geständnisse eines Rappen mit Anmer-kungen seines Kutschers; neue Häringe, gefangen auf der pommer'schenKüste, gepökelt zu Berlin und verkauft von Tobias Schwalbe rc.
Ich heiße Tobias Schwalbe, Daß ich euch nicht besalbe,
Nehmt euch vor mir in Acht, Wenn ihr's zu bunt mir macht!
Dieser Ausruf wäre recht; aber die faulen, ungesalzenen Häringe desHerrn Schwalbe haben nicht die rechte Salbe; mit Feder, Dinte und