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könnten gar wohl von derben Brüsten herrühren und von derben leb-haften Kindern, und dadurch ließe sich auch erklären, warum wir we-niger Stumpfnasen haben, als die Alten und die Provenralen, denngeflissentlich, wie bei den Negern, drücken wir doch keine Nase breit.In den platten Gesichtern der Sinesen und Kalmücken stehen so kleineaufgestülpte Naschen, daß man bequem in die Nasenlöcher hineinsieht,die indessen zu feinerem Geruch geschickt sein mögen; und jene Bett-lerin wußte einem kleinnasigen Wohlthäter nichts Besseres zu wünschen,als: „Gott erhalte Ihnen das Gesicht; wo wollten Sie die Brillehinsetzen?" Ein Kleinnäschen wagte sogar zu spotten über eine Groß-nase, die ihr aber sagte: „Glauben Sie etwa gar, meine Nase seiauf Unkosten der Ihrigen gemacht?" Gibbon hatte ein solches Dimi-nutivnäschen, kleine Aeuglein und ebenso kleines Mündlein, dafüraber ungeheure Pausbacken. Die blinde Madame du Deffant wargewohnt, die Vorgestellten im Gesicht zu betasten, und so belastete siedenn auch Gibbon, stieß ihn aber mit Heftigkeit zurück: „Nein, dasist ein schändlicher Spaß!" Sie dachte sich das Hintere Gesicht.
Habichts- und Geiernasen werden, je mehr sie sich den Vogel-schnäbeln nähern, für desto adeliger gehalten, und die Fuchs- undHundsnasen der Aufpasser und Anbringer für desto trefflicher, je mehrsie ihren Geruchssinn geübt haben, der endlich so fein wird wie beiden Wilden. Jener Präger Mönch, der durch die bloße Nase Alteund Junge, seine Bekannte, ja selbst Jungfrauen und Frauen unter-scheiden konnte, was hätte er nicht zu leisten vermocht, und wenn erauch nur eine Abhandlung über den Geruch geschrieben hätte? WährendNapoleons Wirthschaft nährten solche Nasen ihren Mann, und indiesen Nasen lagen wieder die Ursachen der figürlichen Nasen, ohnewelche die Obern oft wenig zu thun hätten, und die Postselleiscn zurHälfte leer sein würden, und damals war man sogar seelenfroh,Wenn man figürliche Nasen einzustecken hatte und nicht selbst einge-steckt wurde. Viele Ehemänner bekamen durch Uebung wahre Fuchs-und Hundsnasen, die Schwäger schon von Weitem zu riechen; dieNasen der Weiber waren aber doch noch seiner, gebildet in franzö-sischer Schule; dafür haben in der Regel die Nasen der Heiraths-lustigen den Schnupfen.
Die Langnasen, welche große Ueberlegenheit des Geistes überKurznasen und selbst Langleben versprechen sollen, ob sie gleichwieder in so üblem Rufe stehen als Langohren — die Langnasen, dieman sich an manchen Orten selbst holt, hätte Seume schwerlich ver-