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[Neunter Band. - Zehnter Band.]
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so änderten sie den Namen ab), schrieben die Komödie „Aus dem Steg-reif", wohl ihr bestes Stück, und dann die „Wirthschaften»". Vis eainiva,ist wenig vorhanden, aber Militärspektakel desto mehr in den Kriegs-gefangenen, den Werbern und den abgedankten Offizieren. Nichts hatsich so lange erhalten, als ihre Oper: Doktor und Apotheker; die mei-sten dieser Stücke sind auch nur auf den Wiener Horizont berechnet,der schon allein lacht, und so steht es auch mit Geblers Lustspielen,darunter der Minister noch das beste ist, und des Eipcldauers oderI. Richters Stücken.

Graf Brühls theatralische Belustigungen in vier Bänden erhebensich nicht über das Mittelmäßige, obgleich Anlage zum Komischen nichtzu verkennen ist; viel Beifall fand die „Brandschatzung", von der erauch ein Wort schreiben konnte, denn Friedrich ließ seines VatersSchloß zu Pforten in Brand stecken aus Rache. Wetzels Lustspielesind nicht viel tröstlicher; er ist in vier Bänden unser leibhafter Mari-vaux; Rache für Rache, die seltsame Probe, vorzüglich aber der blindeLärm, oder die zwei Wittwen, möchten noch am gelungensten sein, undnicht besser sind Kretschmanns vier Stücke: Die Familie Eichenkron,die Belagerung, der alte böse General und die Hauskabale nach Gol-doni; desto lieblicher Anton Walls (Heyne) zwei kleine Stücke: Diebeiden Billets und der Stammbaum. Kretschmann schrieb zuviel, seinRingulf der Barde, gründete seinen Ruf, und nun folgte eine Bar-delei auf die andere.

Brandes, der nach einem wahren Vagabundenleben, verleitet durchRomanen- und Reiselektüre, von einer Theatergesellschaft in die an-dere trat und in bitterster Armuth lebte und starb, gab uns einerträgliches Stück: Der geadelte Kaufmann, wozu man noch etwaTrau, schau wem? rechnen mag, und komisch, aber allzu skurril undlasciv ist „die Hochzeitfeier". Sein bestes Stück ist wohl Hans vonZanow, oder der Landjunker in Berlin, wo schon der pommerischeDialekt komische Wirkung thut. Ueberall verräth er Praktischen Theater-blick, und welches Glück hatte nicht seine Ariadne auf Naxos? Nebenihm steht Jünger, ein Leipziger, der die Rechte studirte, hofmeisterte,fchriftstellerte, Hoftheaterdichter wurde; er privatisirte dann wieder,lebte von dem sparsamen Ertrag seiner Werke, verfiel in Melancholieund starb leider schon im neununddreißigsten Jahre. Er war gewißNicht ohne komisches Talent, schrieb aber zu viel und zu schnell, ohnedie Feile gehörig zu gebrauchen; seine Stücke waren aber doch einSchutz gegen die tollen vorherrschenden Ritterstücke und langweiligen