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[Neunter Band. - Zehnter Band.]
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Familiengemälde. Unter seinen fünf Bänden Lustspielen möchten sein:Strich durch die Rechnung; der offene Briefwechsel; die Entführungund der Kranke in der Einbildung, genannt werden; er lieferte ge-rade seine heitersten Produkte in der Periode seiner Melancholie.

Wie kommt es, daß von dem berühmten deutschen Vierblätterklee:Göthe, Schiller, Wieland und Herder, die beiden letztem nichts fürdie komische Bühne thaten, namentlich Wieland? Dafür kam der gleich-berühmte Klinger; alle drei aber sind mehr Tragiker als Komiker.Klinger fiel in die Sturm- und Drangperiode, und Shakspeare begei-sterte ihn neben Rousseau, und ich begreife schwer, wie bei des Frank-furters Mangel an Beugsamkeit er das Glück machte, das er gemachthat. Der russische General, Ritter des St. Annenordens, Kuratorder Universität Dorpat ur>d Präsident zweier wichtiger Departements,gab uns, neben seinen Herrlichen Betrachtungen über die Welt undLiteratur und den bekannten Romanen auch zwei Lustspiele: DenSchwur gegen die Ehe und die falschen Spieler. Von dem TragikerSchiller haben wir den P arasiten und den Neffen als Onkel, beidenach dem Französischen, akoer nur im Wallenstein allenfalls findet sichetwas komische Laune. U nd so steht es auch mit Müllner; sein be-rühmtes Trauerspiel: Dste Schuld, wiegt alle seine Lustspiele weitauf. Göthe schrieb: die Mitschuldigen, den Großkophta, den Bürger-general, den Jahrmarkt vwn Plundersweiler und den Triumph derEmpfindsamkeit; sie haben weniger Komisches, als sein berühmter Götzv. Berlichingen. Ob wohl Goethe, der Götze meiner Zeit, nach Jahr-hunderten noch vergöttert dasteht, wie Shakspeare in England, trotzdes ungeheuern Artikels im Konversationslexikon?

Wir wollen daher mitt Dank Gatters und Schröders Bearbeitun-gen englischer, französischer und selbst italienischer Stücke aufnehmen.Gatters Erbschleicher, der Ehescheue, der argwöhnische Ehemann, dasöffentliche Geheimniß sind gelungene Stücke, und er war ein lieberMann, der viel für die Gothaer Bühne that, aber bei einer angeneh-men Gesellschaft mit mir in komischen Streit gerieth, weil ich äußerte,daß ich, so sehr ich die Franzosen im Umgang liebte, den Britten inUteri» ' weit den Vorzug gäbe. Schröder, dessen Mutter zu Königs-berg eine Schaubühne errichtete, betrat schon als Kind die Bühne,und später dirigirte er die Bühne Hamburgs und trat 1771 zuerst alsSchriftsteller mit seinem Lustspiele: der Arglistige, auf, blieb aber alsSchauspieler größer wie als Dichter, so viel Beifall auch sein Testa-

> In der Literatur.