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spieler, die ihre Rolle ängstigt, selten Künstler, die mit ihrer Rollenur spielen, wie man dort sehen kann. Wir Deutsche sind zu beschei-den, unsere Eckhofe und Jfflande und Schröder sind todt, und Mal-lina ist leichter zu spielen, selbst Carl und Franz Moor, als den gutenGesellschastston zu treffen, wie die Franzosen ihn mit Leichtigkeit undTakt zu treffen wissen, weil sie Zutrauen zu sich selbst haben. Hiezukommt noch, daß ein Theaterstaat schwerer zu regieren ist, als derwirkliche Staat, vor allen, Dingen aber unser Mangel an Natio-nalität. Wie verschieden ist der Ton zu Wien und zu Berlin, zuStuttgart oder München, zu Hamburg oder Frankfurt? Hier liegt derHund begraben, und der Hund ist nicht unsere Dickköpfigkeit, son-dern unsere traurige Vielköpfigkeit!
Wir haben einige herrliche Lustspiele, aber von solcher örtlichenPhysiognomie, daß sie, außer dem Lande der Geburt, eher nachtheiligeals vortheilhaste Wirkung machen; die witzigsten Einfälle drehen sichoft um Dinge, die auf dem Strome der Zeit rasch vorüberschwimmen,so daß sie mit diesen Dingen auch ihr Interesse verlieren müssen. Wirhaben keine Hauptstadt, nach der sich der Ton einer Nation zu bildenpflegt, und die deutsche Nation lebt nur in Büchern, wie das Deutsch-thum in den Köpfen der Deutschthümler. So gefällt gewiß KlährsWechselrecht zu Dresden und Leipzig besser als anderwärts, selbst inden andern Handelsstädten, und das Interesse muß merklich sinken, sowie Nunkelrübenzucker und Kosakenpferdchen im Hintergrund liegen,nm die sich der Witz dreht. Der Witz in Graf von Sodens Lilliputist im deutschen Norden rein verloren, wo man sich die Lächerlichkeitender kleinen Höschen im sogenannten Reich, so wenig als in Oesterreich,träumen läßt; man muß in Schwaben, Franken und den Main- undRheingegenden gelebt haben, um recht darüber zu lachen. Der inseiner Kaste seltene Graf hat noch mehr dergleichen geschrieben, aberwar noch mehr ein wackerer Geschäftsmann in Staalswissenschaf-ten, unser Smith und Say; noch im einundsiebenzigsten Jahre trater als baierischer Landstand auf; aber dieses Alter paßte nicht zu einemLandstand, wo erst werden muß, was sein soll, und er starb zu Nürn-berg 1831. Zum letzten Mal sah ich ihn hier; ich suchte ihn in seinerWohnung, „er ist im Mondschein," hieß es; ich verfügte mich in denMondschein; das dichteste Tabaksgewölke versagte mir, die Leute zuunterscheiden: „Ist kein Dalberg da?" rief ich, wie der Kaiser beider Krönung; der Graf erkannte mich an der Stimme und trat lachendaus den Wolken.