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X.
Die Romane der Alten.
provrn;alen, Italiener und Spanier.
Die Romane, von denen wir bereits im fünften Bande im Ganzensprachen, müssen hier, dem Zweck unseres Werkes gemäß, on ckstnilbehandelt, d. h. die besten genannt werden; denn wenn wir eineLiteratur derselben liefern wollten, so hätten die Leser das Recht, dasWerk hinter die Thüre zu werfen. In keiner Dichtungsart, die dochdie nützlichste sein könnte, gibt es so viele schlechte und so wenig guteWaare; wer sonst nichts zu schreiben hat, schmiert einen Roman; derVerleger zahlt ein Lumpengcld, gewinnt folglich bei dem schlechtestenProdukt; denn die Lescwnth unserer Zeit fällt dennoch darüber her:ein Roman, ein neuer Roman! die Dienstmädchen laufen sich balddie Füßchen ab, wie Münchhauscns Jagdhund.
Wir haben tragische und komische, satirische und humoristische,empfindsame, historische und Reiseromane, der Gegenstand kann so ver-schieden sein, als bei der Satire und dem Lustspiel; wir haben auchviele philosophische Romane, wo bloß die Nomanform gewählt ist, umMoral oder Politik desto anschaulicher zu machen, in welcher Hinsichtdas Buch Hiob der älteste Roman sein dürfte, eine Thcodicee langevor Leibnitz und genießbarer. Xeuophons Cyropädie ist ein politischerRoman, wie Fcnelons Telemach, und wollte Gott, es gäbe keine wei-teren Exempel philosophischer Romane oder langweiliger Phantasie-produkte und in Systeme gebrachter trockener Hirngespinnste der Meta-physiker, von den Griechen au bis herab zum neuesten Aprioristen!Sonderbar, daß Sulzcr in seiner berühmten Theorie der Künste, ob-wohl er die Artikclcheu romanhaft und Romanze hat, keinWörtchen über die Romane sagt, und das eigene Buch des Haupt-manns von Blankenburg über den Roman, 1774. 8., ist unbedeutend,da jener Zeit auch das Gebiet des Romans nur noch wenig angebautwar, noch nicht so wie zur Zeit, wo ein C. Nicolai seine Theorie desRomans herausgab 1819. Jetzt haben Romane den größten Einflußgerade auf die Menge, so ungeheurer Unfug damit getrieben wird,und sind für die zeitraubende Lesewuth weit mehr, als die alten geist-