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[Neunter Band. - Zehnter Band.]
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Quixote," sagte der König, sandte einen Pagen, und das Buch warder Den Quixote des Cervantes.

Groß war sein Ruf, er hätte aber dennoch gehungert ohne GrafLemos und den Cardinal von Toledo, die ihn vor Butlers Todschützten; Hof und Höflinge dachten nicht an den armen Dichter, sooft sie auch bei seinem Buche lachten. Fernande; de Avellencdo warsein Feind und schrieb eine gar nicht üble Fortsetzung (sie macht inBertuchs Ucbersetzung den fünften und sechsten Band aus; langwei-lige Stellen gegen Cervantes sind weggelassen, dafür aber die Ver-besserungen des Lcsage eingeschaltet), die nur der gereizte Cervantesfür schlecht ausgeben konnte, sich ärgerte, aber auch seinen Aerger sowürdig als an Mancher ausließ; er vollendete nun sein Meisternd,das, während es die falsche Romantik vernichtete, selbst im echtroman-tischen Geiste lebt und webt und voll der tiefsten Wahrheiten ist,während es Unwahrheiten zerstört und spielend die vollendete Narrheitzum Spiegel der Lebensweisheit macht, ein Meisterwerk, das den ge-bildetsten Geistern aller Zeiten und Nationen gefällt, so gut als rohenund ungebildeten, die gar nicht des Werkes Tiefe ahnen, aber ausvollem Halse lachen.

Alt, arm und wassersüchtig ging unser Cervantes heiter dem Todeentgegen; sein letztes Werk war der ernste Roman Persiles und Sigis-munda, der erst nach seinem Tode erschien, und wenige Tage zuvormachte er noch eine scherzhafte Dedikation an seinen Gönner, GrafLemos. Cervantes starb am nämlichen Tage zu Madrid, wo Shak-speare zu Stratford die Welt verließ, am 23. April 1616, alt 68 Jahre.Er schilderte sein Aeußeres selbst rn der Vorrede zu seinen Novslasezomplaies. Der Mann da mit dem Adlergesichte, kastanienbraunenHaaren, freier, offener Stirne, lebhaften Augen, gebogener, wohlge-stalteter Nase, mit dem Silberbarte, der sonst golden war, mit demgroßen Knebelbart und kleinen Mund, worin nur noch sechs Zähne,die nicht mehr aufeinander Passen, von mittlerer Statur, lebhafter Ge-sichtsfarbe, mehr weiß als braun, der gebückt geht und nicht gar leichtauf den Füßen ist, dieser Mann ist der Verfasser des Don Quixote,des heroischen Phantasten, der das alte Ritterthum wieder herstellenwill, und gerade durch seine Ritternarrheiten die Liebhaber derselbenfür immer heilte. Kein spanischer Romandichter späterer Zeiten nähertesich dem Cervantes, und kaum wage ich, den Jesuiten Jsla mit fei-nem langweiligen Bruder Gerundiv, Satire auf schlechte Prediger,zu uennen, des noch neuern komischen Romans Zamora's, der Be-