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[Neunter Band. - Zehnter Band.]
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hexte, und Camüzar's vomins Imoss nicht zu erwähnen; Don Qui-xote steht weit über ihnen.

Hätte Cervantes bloß Ritterbücher lächerlich gemacht, so wäre erlängst vergessen wie jene, so aber findet jeder Stand in seinem Meister-buche seinen Text, und der gewiß geistvolle Quevedo wollte alle seineWerke verbrennen, als er seinen größer» Landsmann gelesen hatte.Welcher Vorrath von Witz und Laune gehört dazu, die Leser sechsBände hindurch vergnügt und lachend zu erhalten in Gesellschaft vonzwei Narren, Herr und Diener? Und was wäre erst dieses Werkohne Furcht vor der Inquisition? Don Quixote verdient, daß manbloß um seinetwillen Spanisch lernt; jede Uebersetzung, vorzüglichkomischer, humoristischer Schriften, wo Synonymik gerade am wenig-sten anwendbar ist — der Reichthum Sancho's an spanischen Sprüch-wörtern verliert vielen Reiz, da oft das Ganze sich um ein Wortdreht — gleicht, nach Cervantes eigenem Ausdruck, einer schönen Ta-pete, die umgewandt ist. Wer Latein kann, braucht nicht nach Spa-nien zu reisen. Sprechen will er ja nicht lernen, nur Lesen undVerstehen; er lernt Spanisch auf seinem Zimmer mittelst zwei bisdreimonatlichen Fleißes. Horace Walpole, voll Verehrung für DonQuixote, veranstaltete eine Prachtausgabe, und fragte Jeden: „KönnenSie Spanisch?" Diese Frage machte er denn auch einem jungenMann, der eigens nach Spanien reiste, sich vollkommen der Sprachebemächtigte, sich dann wieder bei dem Lord meldete und sein Glückgemacht glaubte; der Lord freute sich über sein Spanisch, ging in seinKabinet und verehrte ihm ein Exemplar seiner Prachtausgabe! Ichhabe mein echtspanisches Exemplar nicht geschenkt, aber doch billigenPreises aus der Verlassenschaft des Nürnberger Gelehrten, von Murr,erhalten, und in den langen Nächten eines Winters ganz bequemSpanisch gelernt. Mein Exemplar ist vielleicht einzig; überall sindBilderchen in Beziehung auf Don Quixote eingeklebt, die Murr Gottweiß woher hat, vielleicht aus andern Büchern — geschossen!

Don Quixote ist und bleibt der unsterbliche Repräsentant allerPhantasten, deren sonst gesunde Vernunft dem Reiz der Selbsttäu-schung nicht widerstehen kann, in der sie sich als höhere Wesen fühlenund lächerlich machen, Alles für eine Dnlcinea im Kopfe wagen, Allesthun, Alles aus ihrem System sich lösen und Alles ihrem Don Qui-xotesystem unterzuordnen wissen, daß es geordnet dahinrollt wie dasWeltsystem. Sancho, der Stallmeister, bleibt das lebendigste, treuesteBild einer Pöbelsnatur und eines dummen, verlogenen, versoffenen